Gesundheit

Expertenwissen zum Hund, siehe Hundeo.com

 

6 Dinge, die in keiner Hundeapotheke fehlen sollten

Für viele Besitzer ist ein Hund schon lange nicht mehr nur ein Tier, mit dem man seinen Alltag verbringt. Wir leben in einer Zeit, in der die Vierbeiner – glücklicherweise – immer mehr Anerkennung bekommen

Wir sind uns sicher, dass auch du deinen Liebling als festes Familienmitglied siehst. So ist es für viele Hundebesitzer ganz wichtig, dass sie ihren Schützling optimal versorgen. 

Es ist auf jeden Fall sinnvoll, sich Gedanken über die passende Hundeapotheke zu machen. Mittlerweile entscheiden sich sogar immer mehr Hundehalter für ein mobiles Notfall-Set. Dieses gewährt die erste Hilfe bei deinem Fellträger.

Wir haben uns extra für dich auf die Suche nach der perfekten Hundeapotheke gemacht. Unsere Ergebnisse und die wichtigsten Hilfsmittel bekommst du nur hier.

Außerdem haben wir uns für diesen Artikel Beratung vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic eingeholt. Also sei gespannt.

 

Warum eine Hundeapotheke so wichtig ist?

 

Naturmedizin

Viele Menschen haben Pflaster und andere Utensilien für den Notfall zu Hause. Doch denken nur wenige dabei auch an ihren Vierbeiner. Wir versuchen unsere Lieblinge so gut es geht zu schützen. Oft sind wir aber nicht in der Lage, sie vor sämtlichen Alltagsgefahren zu bewahren.

Die Hundeapotheke eignet sich speziell für Situationen, in denen es für deinen haarigen Begleiter nicht lebensbedrohlich ist.

Deshalb verweisen wir an dieser Stelle auf folgende Notwendigkeit: Situationen, die lebensbedrohlich für deinen Hund sind (wie z. B. akute Atemnot, Brüche oder allergische Reaktionen und Vergiftungen) können nicht von zu Hause aus behandelt werden. In diesem Fall suchst du bitte schnellstmöglich einen Tierarzt auf. 

Ungefährliche Situationen

Für ungefährliche Situationen ist die Hundeapotheke empfehlenswert. Das sind zum Beispiel Schnittverletzungen oder unbedenklicher Durchfall. Hier hast du einen genaueren Überblick zu den jeweiligen Situationen:

  • leichte Schnitte oder Schnittverletzungen an der Pfote
  • eingerissene Krallen
  • Zeckenbiss
  • tränende Augen (Beschwerden sollten ebenfalls nicht länger als ein paar Tage andauern)
  • eingeklemmter Schwanz oder eingeklemmte Pfote (wenn keine Hinweise auf einen Bruch)

Die oben genannten Unfälle lassen sich in der Regel durch Hilfsmittel der Hundeapotheke lindern. Bei Bedenken solltest du aber auf jedem Fall deinen Tierarzt kontaktieren. 

Bist du dir nicht sicher, ob die Pfote deiner Fellnase gebrochen ist? Dann ist die Klärung beim Tierarzt das A und O. Ist die Gesundheit deines Schützlings nicht eingeschränkt? Besteht keine lebensbedrohliche Situation? Dann kannst du die Hilfsmittel der Hundeapotheke anwenden.

Situationen, in denen unmittelbar ein Tierarzt aufgesucht werden sollte, sind unter anderem folgende:

  • Verbrennungen
  • verschluckte Gegenstände
  • Aufnahme von Giftkörpern
  • allergische Reaktionen (diese können sich in Sekundenschnelle verstärken)
  • Brüche
  • Vergiftungen (chemische Haushaltsmittel, für den Hund giftige Lebensmittel etc.)
 

Merke Dir: Eine individuelle Apotheke ist wichtig!

 

Die Erstellung einer Hundeapotheke kann man nicht pauschalisieren, denn jedes Tier ist verschieden. Damit du deine Hundeapotheke für zu Hause auch optimal einrichten kannst, sprich mit einem Tierarzt. 

Mache dir Gedanken über Allergien oder Unverträglichkeiten bei deinem Liebling. Achte darauf, dass die Medikamente keine Allergien bei deinem ihm verursachen.

 

Das gehört in eine Hundeapotheke

Nun gehen wir auf die verschiedenen Gegenstände und Hilfsmittel ein, die bei einer Hundeapotheke nicht fehlen dürfen. Die meisten Produkte kannst du einfach Online bestellen.

Dazu geben wir auch eine kurze Erklärung ab, warum diese Gegenstände so wichtig für die Hundeapotheke sind. Hier erstmal in Kurzform eine hilfreiche Infografik ?

 

Hundeapotheke

1. Maulkorb

Ein Maulkorb gehört in jedem Fall in eine Hundeapotheke. Oftmals erleidet deine Fellnase einen Schock durch den Unfall. Hunde und Menschen reagieren gewissermaßen ähnlich. 

Nach einem Schock sind sie entweder auf eine Fluchtreaktion eingestellt, haben Angst oder sind aggressiv. Bei den letzten beiden Punkten kann dein Vierbeiner auch mal zuschnappen. Ein geeigneter Maulkorb ist in diesem Fall unabdingbar.

Sanfter Maulkorb aus Nylon
Sanfter Maulkorb aus Nylon
Dieser sanfte Maulkorb hält Hunde von Beißen, Bellen und Kauen ab. Er hat eine anpassbare Schlinge.

2. Diverses Hilfsmittel zum Verbinden

Vor allem bei Wundverletzungen sind die diversen Hilfsmittel wichtig. Zu den notwendigsten Hilfsmitteln beim Verbandszeug zählen:

  • Mullbinden
  • Mulltupfer
  • Verbände und Verbandswatte
  • Haftbinden
  • Selbsthaftende Bandage
  • Verbandsschere
Selbstklebender Verband
Selbstklebender Verband
Dieser selbstklebende Verband ist weich und bequem, farbenfroh und bietet Schutz vor Verletzungen.

3. Desinfektionsmittel

Das richtige Desinfektionsmittel ist ebenfalls unabdingbar, wenn es um die Gegenstände in einer Hundeapotheke geht. Dabei solltest du darauf achten, dass sich dieses Desinfektionsmittel für Hunde eignet. Verschiedene Tierfachmärkte bieten hier eine große Auswahl.

4. Einwegspritzen

Einwegspritzen sind die optimale Lösung, um deinem Vierbeiner etwas zu verabreichen. Flüssige Medizin oder anderweitige Flüssigkeiten können, dank der Einwegspritze, perfekt in den Mund geführt werden. Auch das Auftragen eines Desinfektionsmittels wird dadurch leichter.

5. Kinder- oder Babysocken

Kleine Socken eignen sich besonders gut für diverse Pfoten-Verletzungen. So kannst du die Wunde an der Pfote deines Hundes schneller versorgen. 

Hundesocken
Hundesocken
Für verletzte oder empfindliche Pfoten.

6. Fieberthermometer

Ein Fieberthermometer ist ebenso wichtig für deine Hundeapotheke. Idealerweise legst du dir ein digitales Thermometer zu. Damit kannst du die Temperatur schneller und somit bequemer messen.

Digital Fieber Thermometer
Digital Fieber Thermometer
Dieser digitales LCD Fieberthermometer ist Wasserdicht, hat ein Signalton und eine Batteriestands- Anzeige.
 

Checkliste für deine Apotheke

CHECKLISTE
Gegenstand   Notiz
Aktivkohle    
Desinfektionsmittel   aus dem Tierfachmarkt
Einweghandschuhe    
Einwegspritze    
Entwurmungstabletten   nach Verordnung vom Tierarzt
Fieberthermometer   digital
Flohmittel & Insektenschutzmittel    
Kinder- oder Babysocken    
Maulkorb    
Mullbinden    
Mulltupfer    
Ohrreinigungsmittel   speziell für Hunde
Selbsthaftende Bandage    
Pinzette   für Glasscherben
Telefonnummer vom Tierarzt    
Telefonnummer vom tierärztlichen Notdienst    
Vaseline   für leichteres Einführen
Verbandsschere    
Verbandswatte    
Wundsalbe   speziell für Hunde
Zeckenzange    
 
 

Arzneimittel in der Hundeapotheke?

 

Ist es notwendig, Arzneimittel in der Hundeapotheke aufzubewahren?

Dies ist in der Regel empfehlenswert. Dennoch solltest du vorab mit deinem Tierarzt über dieses Vorhaben sprechen. 

Eventuell hat dein Liebling irgendwelche Allergien. Daher musst du bei der Wahl der Arzneimittel  auf die Inhaltsstoffe achten. Dein Tierarzt kann dich über alle wichtigen Arzneimittel informieren, die in der Hundeapotheke zu finden sind. 

In der Regel sind die häufigsten Arzneimittel für zu Hause folgende:

  • leichte Beruhigungsmittel für stressige Situationen
  • Salbe gegen Schwellungen und/oder Insektenstiche
  • kühlendes Gel/Salbe für Verstauchungen

                              Achtung! 

Verabreiche deinem Hund keine Schmerzmittel aus der Humanmedizin.

Auch wenn wir möchten, dass unsere Lieblinge keine Schmerzen haben, dürfen sie keine Schmerzmittel bekommen, die für Menschen gemacht sind. So können bei Medikamenten wie Diclofenac oder Ibuprofen beim Hund schon in niedrigen Dosen starke Nebenwirkungen auftreten.

Paracetamol kann z. B. schon in geringen Dosen zu Leberschädigungen deines Hundes führen. Sie sind deshalb nicht zur Schmerztherapie bei Tieren geeignet. Je nach Dosierung können diese Mittel sogar zum Tod deines Lieblings führen.
 

Dein Notfall-Set für unterwegs

Unfälle können nicht nur zu Hause passieren. Dein Schützling ist auch draußen Faktoren ausgesetzt, die seine Gesundheit und das Wohlergehen beeinträchtigen können.

Aus diesem Grund empfehlen wir dir ein Notfall-Set für unterwegs anzulegen. Darauf kannst du bei Spaziergängen, Reisen oder anderen Aktivitäten zugreifen.

Damit du weißt, was alles in ein Notfall-Set für unterwegs gehört, haben wir dir eine kurze und sehr informative Checkliste zusammengestellt.

CHECKLISTE "NOTFALL-SET" FÜR UNTERWEGS
Gegenstand Vorhanden? Bemerkungen
Aktivkohle    
Mullbinden    
Fixierbinden    
Befehlsleine    
Druckverband    
Selbsthaftende Bandage    
Verbandsschere    
Wundsalbe   speziell für Hunde
Pinzette   für Glassplitter etc.
Zeckenzange    
Telefonnummer vom Tierarzt    
Telefonnummer vom tierärztlichen Notdienst    
 
 

Zusatztipp: So bemerkst du, ob dein Hund vergiftet wurde!

 

Vor allem bei Spaziergängen lauert die Gefahr von Giftkörpern. Diese Giftkörper sind leider gewollt ausgelegt, um das Wohl deines Lieblings zu gefährden.

Bemerkst du bei deinem Hund klassische Symptome einer Vergiftung? Suche bitte unmittelbar den nächsten Tierarzt auf.

Wichtig ist, die Symptome sofort erkennen. Denn meistens sind es Sekunden, die über Leben oder Tod entscheiden. Hier die Symptome, die bei einer Vergiftung auftreten:

  • Bewusstlosigkeit oder Bewusstseinstrübungen
  • blutiger Urin
  • Durchfall (blutig) und Erbrechen
  • farbloses Zahnfleisch
  • Krämpfe
  • Lähmungen
  • Teilnahmslosigkeit oder Gleichgültigkeit
  • unregelmäßiger Puls
  • Unruhe und Zittern
  • verengte oder erweiterte Pupillen
  • verkrampfte Haltung

Ganz wichtig: Bei Verdacht auf Vergiftungen, darfst du kein Maulkorb verwenden. Eines der häufigsten Symptome bei einer Vergiftung ist das Erbrechen. Trägt dein Hund einen Maulkorb? 

So kann es passieren, dass er das Erbrochene wieder herunterschlucken muss. Das kann dabei in die Atemwege gelangen. Du solltest unbedingt darauf verzichten, bei deinem Hund Erbrechen zu erzwingen.

Empfehlung vom Tierarzt

 

Eine Hundeapotheke lohnt sich in jedem Fall.

Greife jedoch nur darauf zurück, wenn es zu harmlosen oder kleineren Unfällen gekommen ist. Die Hundeapotheke ist mit unserer Apotheke für zu Hause zu vergleichen. 

Verwende bei harmlosen Verletzungen ihre Hilfsmittel und Gegenstände. In Notfall-Situationen suche unbedingt den Arzt auf.

Bist du dir unsicher, dann geh lieber zum Tierarzt vor Ort. Bei jedem kleinen Verdacht auf eine Vergiftung ist dies das Beste, was du tun kannst.

 

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Geprüft vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Geprüft vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Ich bin Tierarzt und Autor für Tiergesundheitsthemen. Tiere sind meine Leidenschaft und es ist mir ein persönliches Anliegen, medizinisch akkurate Artikel und Videos zu erstellen, um Tierbesitzer so gut es geht zu informieren.

Expertenwissen zum Hund

 

Wurmkur beim Hund (Definition, Arten, Tipps)

Früher dachte man, dass es nur die konventionellen Wurmkuren gibt und andere Möglichkeiten nicht wirken.

So macht man es doch? Ich fühlte mich damals damit sicher und dachte, dass diese Mittel auch eine vorbeugende Wirkung haben. So wie eine Impfung. Bis mein Hund Bandwürmer bekam und ich zum Tierarzt ging.

Da klärte mich unser Tierarzt auf: 

„Eine regelmäßige Wurmkur hat keine vorbeugende Wirkung wie eine Impfung. Dass ihr Hund sogar zwei Tage nach einer Kur wieder Würmer hat, kann schon vorkommen.“

Ich war verblüfft. Warum pumpte ich dann eigentlich meinen Hund alle drei Monate mit chemischen Inhaltsstoffen voll?

Das kam mir irgendwie merkwürdig vor. ES hörte sich so an, als ob ein Mensch alle drei Monate eine Packung Antibiotika einnimmt, um eine bakterielle Erkrankung zu bekämpfen. Dieses Vorgehen würde uns Menschen kein Arzt empfehlen.

 

Helminthiasis Toxocara Canis (auch bekannt als Hund Fadenwurm Helminthiasis Toxocara Canis (auch bekannt als Fadenwurm beim Hund)

Warum machen wir das dann bei unseren lieben Vierbeinern?

Seitdem benutze ich die chemische Wurmkur nur noch, wenn bei meiner Fellnase durch die regelmäßige Kotuntersuchung Wurmbefall nachzuweisen ist.

Falls ein Befall diagnostiziert ist, entscheiden wir uns mit dem Tierarzt, ob eine chemische Wurmkur notwendig ist. Es gibt auch natürliche Mittel, welche bei leichtem Wurmbefall angewendet werden können. Manchmal kann ein natürliches Mittel ausreichend sein. Eine Empfehlung zu einer natürlichen Wurmkur findest du übrigens auch hier.

Außerdem haben wir uns für diesen Artikel Beratung vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic eingeholt. Also sei gespannt.

 

6 Wurmarten im Überblick

 

Wurmarten

Dein Schützling kann von einigen Wurmarten befallen werden. Hauptsächlich handelt es sich dabei um:

  • Bandwurm
  • Spulwurm
  • Hakenwurm
  • Herzwurm
  • Peitschenwurm
  • Lungenwurm
In einzelnen Fällen müssen auch Rundwürmer behandelt werden.
 

1. Bandwurm

 

Floh Zwischenwirt des Bandwurms ist u.a. der Floh

Der Gurken- oder Kürbiskernbandwurm tritt beim Hund am häufigsten auf. Er ist weltweit verbreitet. Seine Zwischenwirte sind der Floh oder Haarlinge. Die Wurmeier gelangen über den Floh in den Dünndarm des Vierbeiners.

Ungefähr in 20 Tagen reifen sie dort zum Bandwurm aus. Sie können 10 bis 70 cm lang und 2 bis 3 mm breit werden.

Bei einer ausreichend guten Ernährung kann dein Liebling einige Bandwürmer im Darm tolerieren. Somit zeigen sie oft keine Symptome und stellen eine geringe gesundheitliche Gefahr dar. Es kann jedoch passieren, dass die Larvenstadien den Darm durchbohren und eine Körperwanderung durchführen, welches schwere Schäden zur Folge hat. Dann sind Organe außerhalb des Darms betroffen.

 Symptome:

  • Verdauungsbeschwerden, Verstopfung,
  • Trägheit
  • Schläfrigkeit (Lethargie)
  • gestörtes Immunsystem, Anfälligkeit für Krankheiten
  • Glanzloses Fell
  • Starker Juckreiz im Analbereich („Schlittenfahren“, Lecken des Analbereichs)
Der Bandwurm kann durch Kotuntersuchungen diagnostiziert werden. Dein Tierarzt wird dir nach dem Ergebnis je nach Stärke des Befalls eine angemessene Behandlung empfehlen.
 

2. Spulwurm

 

Wurmkur beim Hund (Definition, Arten, Tipps) 1 Zwischenwirt des Spulwurms sind Nagetiere

Der Spulwurm ist zusammen mit den Giardien mit Abstand der am häufigsten vorkommende Magen-Darm-Parasit bei unseren Pelzträgern.

Die Eier des Spulwurms sind sehr resistent und können einige Jahre überleben. Ein ausgewachsener Spulwurm kann eine Länge von 10 bis 18 cm erreichen.

Nachdem der Vierbeiner die Eier aufnimmt, schlüpfen die Larven. Sie bohren sich in die Darmwand und gelangen von dort aus in die Blutgefäße. 

Der Blutkreislauf überträgt sie weiter an Leber und Lunge. Danach kriechen sie über die Luftröhre in den Rachen und der Hund schluckt sie herunter. So kommen sie wieder in den Darm und reifen zu Spulwürmern aus. Sie können dort tausende Eier pro Tag legen.

Nicht alle Larven gelangen über die Lunge und Rachenraum wieder in den Darm. Manche nisten sich in einem Organ und warten auf einen günstigen Moment, wie die Trächtigkeit. So gehen sie ihren Weg weiter in die Gebärmutter oder Milchdrüsen. 

Somit sind die Welpen bereits im Mutterleib von diesen Würmern befallen.

Symptome:

  • Erbrechen
  • Durchfall – schleimig, teilweise blutig
  • aufgeblähter Bauch (Spulwurmbauch)
  • Wachstumsstörungen
  • Appetitverlust
  • Müdigkeit
  • Blutarmut
  • wiederkehrendes Fieber
  • Husten, Schnupfen

Der Spulwurm kann durch Kotuntersuchungen diagnostiziert werden. Dein Tierarzt wird dir nach dem Ergebnis eine für den Befall angemessene Behandlung empfehlen.

Da vor allem Welpen durch den Spulwurm sterben können, empfehlen Tiermediziner, neu geborenen Welpen ab der zweiten Woche eine regelmäßige Wurmkur. Insbesondere, wenn bei der Mutter davor Spulwürmer diagnostiziert wurden.
 

3. Hakenwurm

Hakenwürmer erreichen eine Länge von 3 bis 18 mm. Im Gegensatz zu den Spulwürmern gelangen nicht die Eier, sondern die Larven in den Körper des Hundes. 

Die Wanderung im Körper ähnelt der des Spulwurms. Der ausgereifte Hakenwurm beißt sich in der Darmwand fest und fängt dort an, Blut zu saugen.

Hakenwürmer können auch in die Milchdrüse einer trächtigen Hündin gelangen. Es besteht keine Ansteckungsgefahr der Welpen im Mutterleib. Dies erfolgt nach der Geburt, wenn sie an der Mutter saugen.

Symptome:

  • Blutarmut, Anämie
  • Gewichtsverlust
  • Ermüdung
  • Durchfall, teilweise blutig
  • Verstopfung
  • glanzloses Fell
  • Schmerzen im Magen- Darmbereich
  • Husten
  • Hautentzündungen, besonders an den Pfoten (aufgrund Larven, die über die Haut dringen)
Auch der Hakenwurm kann durch Kotuntersuchungen diagnostiziert werden. Dein Tierarzt wird dann die richtige Behandlung vollziehen.
 

4. Herzwurm

 

Wurmkur beim Hund (Definition, Arten, Tipps) 2 Zwischenwirt des Herzwurms ist die Mücke

Die Mücke ist der Zwischenwirt der Herzwurm-Larve. Im erwachsenen Stadium können sie 20 bis 30 cm lang und bis zu 1 mm dick werden. Die Larven wandern in die Blut- und Lymphgefäße und können bis zum Herzen vordringen. Besonders häufig sind sie in der rechten Herzkammer anzutreffen. Dort entwickeln sie sich zu erwachsenen Würmern.

Eine Infektion kann jahrelang verborgen bleiben. Die Symptome entwickeln sich schleichend:

  • Müdigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Bronchial- und Atembeschwerden
  • Schwaches Herz
  • Glanzloses Fell
  • Vergrößerung des Unterleibs
  • Leber-, Lunge-, Nierenschaden
Die Diagnose des Herzwurms erfolgt durch eine Blutuntersuchung. Solange kein starker Befall vorhanden ist, kann eine Behandlung mit Medikamenten ausreichend sein. 

Sollten die Würmer schon im Herz sein, muss auch mit einem operativen Eingriff gerechnet werden.
 
Diese Würmer sind in den Südländern verbreitet. Deswegen ist es als Vorbeugungsmaßnahme sehr wichtig, eine Reise dorthin mit deinem Tierarzt abzuklären. Er wird dir geeignete Präparate empfehlen, die deinen Liebling vor dem Zwischenwirt, der Mücke, schützen.
 

5. Peitschenwurm

Peitschenwürmer sind nicht so weit verbreitet wie Spul- und Hakenwürmer. Sie werden 4 bis 7 cm lang. Im Gegensatz zu ihrem langen dünnen Vorderteil ist das Hinterteil dick. Durch diese Peitschenform bekamen sie ihren Namen.

Nach dem Schlucken der Eier wandern sie direkt in den Darm und entwickeln sich dort zu erwachsenen Würmern. Der Wurm dringt mit seinem dünnen Vorderteil in die Darmschleimhaut des Hundes ein und bildet Tunnelgänge. Dort ernährt er sich von Gewebeflüssigkeit und Blut.

Symptome:

  • Blut im Kot
  • Gewichtsverlust
  • Müdigkeit
  • Lecken an der Magengegend
  • Blähungen
  • Verzögerung der Entwicklung
Der Peitschenwurm kann durch Kotuntersuchungen diagnostiziert werden. Dein Tierarzt wird deinen Schützling entsprechend der Stärke des Befalls behandeln.
 

6. Lungenwurm

 

Wurmkur beim Hund (Definition, Arten, Tipps) 3 Zwischenwirt des Lungenwurms ist die Schnecke

Der Lungenwurm ist auch als „Französischer Herzwurm“ bekannt. Je nach Gattung kann er 1 – 2,5 cm lang werden. Er besiedelt Lunge, Atemwege und die Blutgefäße des Hundes. Der Zwischenwirt des Lungenwurms ist die Schnecke.

Dein treuer Gefährte kann sich durch die Schnecken infizieren, indem er sie frisst. Oder er kann durch die Grashalme infiziert werden, auf denen sich eine infizierte Schnecke befand.

Sobald die Larve im Hund gelandet ist, wandert sie über die Blutbahn in die Leber und Lunge. In der Lunge angelangt entwickelt sich die Larve zum erwachsenen Wurm und legt dort Eier. 

Daraus schlüpfen Larven, die sich in der Lunge herum bewegen. Dies führt zu Reiz und Entzündungsherden in der Lunge. Durch Husten kommen diese Larven in den Rachen und dein Vierbeiner schluckt sie herunter. So gelangen sie in den Darm. 

Von dort gelangen sie über den Kot wieder in die freie Umwelt und zum nächsten Wirt.

Symptome:

  • Husten, teilweise blutig
  • vermehrtes Räuspern
  • Atemnot
  • Trägheit
  • Nasenbluten
  • Blaue Flecken auf der Haut
  • Anämie
Der Lungenwurm kann durch Kotuntersuchungen oder in der bronchialen Lavage-Flüssigkeit diagnostiziert werden. Dein Tierarzt wird dir nach dem Ergebnis je nach Stärke des Befalls eine angemessene Behandlung empfehlen.
 
 

3 Entwurmung Tipps

Zuerst einmal eine kleine Infografik, die du dir merken solltest. Danach zeige ich dir, wie oft du entwurmen solltest und was du unbedingt beachten musst.

 

Wurmkur

 

Wie oft sollte ich meinen Hund entwurmen?

Die meisten Tierärzte empfehlen eine Entwurmung viermal im Jahr mit einem Abstand von 3 Monaten.

Sollte dein Schützling mit Babys oder älteren Menschen zusammen leben, dann sollte man nach Absprache mit dem Tierarzt häufigere Entwurmungen in Erwägung ziehen. 

Damit schützt du Senioren oder Babys. Denn sie haben eine schlechtere Immunabwehr und könnten sich schneller anstecken.

 

Wie oft und wann sollte ich beim Welpen entwurmen?

 

Hund Wurmkur

Beim Welpen ist gerade zum Anfang die Entwurmung wichtig. Welpen können sich schon im Mutterleib und über die Muttermilch mit Spulwürmern anstecken.

Deshalb kann man hier schon mit zwei Wochen bis zur 8. Lebenswoche mit 2 – 4 Wochen Abstand entwurmen. Im Anschluss wird eine monatliche Entwurmung bis zum 6. Lebensmonat empfohlen. Danach sollte eine prophylaktische Entwurmung oder eine parasitologische Kotuntersuchung 2 – 4 x/Jahr erfolgen.

 
 

Chemische Wurmkuren

 
 

Wurmkur beim Hund (Definition, Arten, Tipps) 4

Chemische Wurmkuren werden im Allgemeinen bei erwachsenen Vierbeinern alle drei Monate verabreicht.

Je nach Lebensumständen kann sich der Abstand zwischen den Kuren verkürzen oder auch verlängern. So werden Hunden, die auf dem Land leben und oft Kontakt zu Aas oder Mäusen haben, kürzere Abstände empfohlen.

Chemische Wurmkuren gibt es als Tabletten oder Spot-on Präparate. Sehr gerne verabreicht wird hier Milbemax.

Dabei handelt es sich um ein Entwurmungsmittel für Hunde und Katzen gegen Lungen-, Herz-, Band-, Haken- und Spulwürmer. Als Wirkstoffe haben die Tabletten Inhaltsstoffe wie Milbemycin-Oxim und Praziquantel. Die Dosierung richtet sich nach Alter und Gewicht des Tieres. Es kann oral oder über das Futter erfolgen.

Chemische Wurmkuren können somit in der richtigen Dosierung Parasiten und Würmer im Darm oder in der Blutbahn abtöten. 

Um Parasiten im Körper absterben zu lassen, sind starke chemische Mittel notwendig, die leider Nebenwirkungen für deinen Schützling haben können. 

Diese Mittel greifen die Darmflora an. Somit sind auch die gesunden Bakterien davon betroffen und schädliche Bakterien bekommen den Freiraum, sich zu vermehren. 

So kann es durchaus vorkommen, dass die Darmflora ihr Gleichgewicht verliert und dein Liebling Magen- und Darmbeschwerden bekommt. Auch können das Immunsystem und die Leber damit belastet werden.

Deswegen ist es sehr wichtig, dass du nach der chemischen Behandlung deinem haarigen Freund natürliche Probiotika verabreichst. Dies sorgt für eine schnelle Stabilisierung der Darmflora. Sie werden deiner Fellnase auch dabei helfen, sein natürliches Immunsystem wieder aufzubauen. 

Tipp: Die probiotischen Inhaltsstoffe in Anifit – Power Darm helfen den guten Darmbakterien dabei, sich zu vermehren. Dagegen werden die schädlichen Darmbakterien gebunden und durch den Kot ausgeschieden. Somit kommt die Darmaktivität deines Vierbeiners wieder auf Vordermann.

 

Natürliche Wurmkuren

 
 

Naturmedizin

Im Internet und Foren gibt es zahlreiche Diskussionen und Empfehlungen über natürliche und homöopathische Mittel. Diese Produkte sollen dem Wurmbefall vorbeugen.

Hier solltest du vorsichtig sein! 

Gerade bei homöopathischen Rezepten, die nur von der Wirkung der Pflanze selbst abgeleitet sind. Das ist ein falscher Ansatzpunkt. Denn ein pflanzliches Mittel und das von der Pflanze hergestellte homöopathische Mittel haben nicht unbedingt dieselbe Wirkung.

Hier besteht immer das Risiko, dass unsere Liebsten bei einem akuten Befall zu lange auf eigene Faust mit einem natürlichen Mittel behandelt werden. 

Ob diese Mittel wirklich effektiv und zeitgerecht wirken sind ohne weiteres nicht gänzlich belegt. Dabei geht viel Zeit verloren und unsere treuen Gefährten leiden weiterhin an den Symptomen.

Es gibt einige Hausmittel, die sich bewährt haben

Sie haben eine unterstützende Funktion und sind sehr verträglich. Dennoch solltest du immer mit deinem Tierarzt im Kontakt bleiben und nicht auf eigene Faust handeln. 

Zu den natürlichen Hausmitteln gehören unter anderem:

  • Kokosöl
    Über einige Tage je nach Größe deines Schützlings einen ½ Teelöffel bis 1 Esslöffel täglich dem Futter beimischen. Du kannst auch statt dem Öl Kokosraspeln verwenden.
  • Möhren bzw. Karotten
    Sollte ein Befall vorhanden sein, kannst du deine Fellnase ein paar Tage vermehrt mit pürierten oder geraspelten Karotten füttern.
  • Geschälte KürbiskernePro 10 kg Köpergewicht 1 EL zwei bis dreimal täglich eine Woche lang ins Futter beimischen.

Es haben sich auch mittlerweile einige pflanzliche Wurmkuren in BIO Qualität bewährt.

Diese Mittel sind von den Inhaltsstoffen her so abgestimmt, dass sie auch effektiv wirken können. Da es sich hier um pflanzliche Mittel handelt, ist der Körper unserer Lieben nicht so sehr belastet wie bei chemischen Mitteln.

Bei diesen solltest du beachten, dass die meisten der Mittel nicht für trächtige Hündinnen geeignet sind

Hier noch eine Empfehlung, wenn du eine natürliche Ergänzung zur Wurmkur in Bio Qualität suchst.

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Unsere Erfahrungen

 

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Niemand möchte seinen Hund umsonst belasten!

Trotzdem ist komplett auf konventionelle Medizin verzichten und sich nur an pflanzliche Lösungen zu wenden nicht immer richtig.

Jeder Hund ist individuell. Manche sind anfälliger, manche nicht. Manche reagieren auf eine Behandlung schnell, manche langsam. Auch die Umgebung, Lebensumstände eines Hundes sind sehr ausschlaggebend bei so einer Entscheidung.

Das Beste ist, den Mittelweg zu finden. 

Mit einer regelmäßigen parasitologischen Kotuntersuchung (alle drei Monate) ist man auf der sicheren Seite. 

Falls dein Schützling bei diesen Kotuntersuchungen negativ sein sollte, kann man die natürlichen Mittel anwenden, damit er hoffentlich wurmfrei bleibt. 

Falls jedoch ein Wurmbefall in der Kotuntersuchung nachgewiesen wird, sollte man mit seinem Tierarzt absprechen, ob eine chemische Entwurmung nicht die bessere Wahl ist. 

Wenn du in dieser Form vorgehst, schonst du die Darmflora und verwendest chemische Entwurmungsmittel nur nach Bedarf. 

Achte bitte bei den pflanzlichen Mitteln darauf, dass es noch sehr wenige Studien über die tatsächliche Wirkung gibt. Deswegen darf der Hersteller nur auf eine positive bzw. unterstützende Wirkung hinweisen.

Hier empfehle ich dir, deinen Tierarzt oder einen Tierheilpraktiker mit zu Rat zu ziehen. Denn sie können die individuellen Umstände und weitere Faktoren besser beurteilen.

Hast du noch Fragen? Wie verlief deine Wurmkur? Wir freuen uns auf deine Erfahrungen und Meinung. 

 
 

Empfehlung vom Tierarzt

 

Das Thema Entwurmen von Hund und Katze wird oft vernachlässigt oder unterschätzt. Wenn dein Vierbeiner Würmer hat, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du diese auch bekommen kannst.

Wenn du deinen Liebling und dich vor Parasiten schützen willst, dann schau dir das Video bis zum Schluss an und erfahre mehr dazu!!

 

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Geprüft vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Geprüft vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Ich bin Tierarzt und Autor für Tiergesundheitsthemen. Tiere sind meine Leidenschaft und es ist mir ein persönliches Anliegen, medizinisch akkurate Artikel und Videos zu erstellen, um Tierbesitzer so gut es geht zu informieren.

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70 Giftige Pflanzen für Hunde und was du im Notfall tun kannst

Pflanzen: Sie verschönern unsere Wohnung oder unseren Garten mit wunderschönen Blüten und stattlichen Blättern und sorgen gleichzeitig für ein beruhigendes Raumklima.

Doch leider muss man vorsichtig sein, wenn sie in Reichweite unserer Hunde sind. Denn viele unserer Zimmerpflanzen können für sie giftig sein. Besonders Welpen und Junghunde sind davon betroffen.

Sie erkunden ihre neue Welt mit Nase und Maul und finden Pflanzen natürlich äußerst interessant. So wird herumgeschnuppert, geleckt und auch geknabbert.

In diesem Ratgeber findest du eine Übersicht über Pflanzen, die für unsere Vierbeiner giftig sind. Du solltest du sie erst gar nicht in deiner Wohnung oder im Garten haben. Ansonsten solltest du sie wenigstens außerhalb der Reichweite deines Lieblings halten.

Außerdem haben wir uns für diesen Artikel Beratung vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic eingeholt. Also sei gespannt.

 

Liste giftiger Garten- und Wildpflanzen

 

giftige Pflanze für Hund

Diese Pflanzen findest du in Gärten oder in der Wildnis. Selbst wenn du sie nicht in deinem eigenen Garten hast, solltest du beim Spaziergang auf sie achten. Sie wachsen nämlich vor allem am Wegrand oder auf Wiesen.

  • Blauer Eisenhut
  • Brunfelsie
  • Buchsbaum
  • Buschwindröschen
  • Datura
  • Efeu
  • Eibe
  • Eisenhut
  • Engelstrompete
  • Fingerhut
  • Geißblatt
  • Goldregen
  • Herbstzeitlose
  • Hortensie
  • Hyazinthen
  • Kirschlorbeer
  • Maiglöckchen
  • Misteln
  • Oleander
  • Passionsblume
  • Rhododendron
  • Rittersporn
  • Schierling
  • Tannennadeln
  • Thuja
  • Tollkirsche
  • Tulpen
  • Wacholder
  • Zeder
  • und andere
Du wirst natürlich nicht alle dieser Pflanzen erkennen können. Deswegen sollte dein Schützling beim Spazieren keine Möglichkeit haben, Pflanzen anzuknabbern. Lass deswegen deine Fellnase beim Gassi gehen nicht aus den Augen.

 

 

Liste giftiger Zimmerpflanzen

 

Diese Pflanzen sollten möglichst nicht im selben Raum wie dein Vierbeiner stehen. Falls du dich von manchen doch nicht trennen kannst, sollten sie außer Reichweite stehen.

  • Agave
  • Alpenveilchen
  • Amaryllis (Ritterstern)
  • Aralie
  • Azalee
  • Bogenhanf (Bajonettpflanze)
  • Buntblatt
  • Christusdorn, Christusstern
  • Chrysantheme
  • Clivie
  • Dieffenbachie
  • Drachenbaum, Drachenlilie
  • Einblatt
  • Elefantenbaum
  • Fensterblatt
  • Ficus (Gummibaum) und andere Ficusarten
  • Flamingoblume
  • Geranie
  • Herzblatt
  • Kolbenfaden
  • Lilien, alle Arten
  • Orchideen, alle Arten
  • Philodendron
  • Weihnachtsstern
  • und andere

Die Liste beinhaltet nur die bekanntesten giftigen Zimmer- und Gartenpflanzen und ist auf keinen Fall vollständig. Bei der enormen Vielfalt an Blumen, Sträuchern und anderen Pflanzen ist es unmöglich, alle aufzuzählen. 

Deswegen gilt: Wenn du dir nicht zu 100 % sicher bist, dass die Pflanze ungefährlich ist, muss sie weg oder außer Reichweite deines Schützlings sein.

Merke dir zumindest diese 7 giftigen Pflanzen

 

Giftige Pflanzen

Kirschlorbeer, Buchsbaum, Bärenklau, …

70 Giftige Pflanzen für Hunde und was du im Notfall tun kannst 1

Die Anzahl an giftigen Pflanzen ist extrem hoch. Es ist also unmöglich, jede einzelne detailliert zu beschreiben. Ich möchte dir hier trotzdem einige vorstellen, auf die du besonders achten solltest.

Der Kirschlorbeer wurde 2013 zur Giftpflanze des Jahres ernannt. Und das nicht ohne Grund: Diese Pflanze ist sehr giftig und (leider) auch sehr weit verbreitet. Sie wird nämlich gerne als immergrüne Hecke verwendet. Auch wenn sie schön aussieht, ihr Gift hat es in sich. Gehe beim Spaziergang also lieber einen großen Bogen um sie.

Der Buchsbaum enthält sehr viele verschiedene Gifte. Diese Mischung macht ihn zu einer der giftigsten Pflanzen in unseren Regionen. Im Grunde ist alles am Baum giftig: Blätter, Rinde, Blüten, Früchte, … Verbanne ihn also am besten aus deinem Garten und achte beim Gassi gehen besonders auf ihn.

Beim Bärenklau sind sich viele uneinig darüber, ob er giftig für Hunde ist oder nicht. Das liegt daran, dass nur bestimmte Sorten gefährlich sein können. 

Der kleine Wiesen-Bärenklau ist für unsere Vierbeiner harmlos. Im Gegensatz dazu ist der Riesen-Bärenklau aber sehr giftig. 

Eine Berührung reicht schon aus. Du erkennst ihn daran, dass er mindestens 1,50 m hoch ist. Trotzdem solltest du auch bei kleineren Pflanzen aufpassen, denn auch der Riesen-Bärenklau muss erst einmal wachsen. Ein „jüngeres“ Exemplar kann also auch ein heranwachsender Riesen-Bärenklau sein. 

 
 

Wenn der Instinkt nicht reicht

 

Viele Menschen sind der Meinung, Hunde wüssten instinktiv welche Pflanzen sie fressen dürfen und welche giftig sind. Sie machen sich daher keine Gedanken über mögliche Giftpflanzen in ihrem Haus oder Garten.

Bei den Vorfahren unserer treuen Begleiter, den Wölfen, war das auch der Fall. Jedoch sind durch das Zähmen und die jahrhundertelange Zucht viele dieser ursprünglichen Instinkte nicht mehr so stark ausgeprägt wie früher. 

Außerdem importieren wir unsere heutigen Haus- und Gartenpflanzen oft aus anderen Ländern. Daher sind sie den früheren „wilden“ Pflanzen nicht mehr besonders ähnlich.

Es kann also schnell passieren, dass dein Schützling Pflanzen anknabbert, die für ihn giftig sind. Verlass dich also nicht zu sehr auf die Instinkte deines Lieblings, sondern entferne alle giftigen Pflanzen, bevor sie sein Interesse wecken.

So kann es zu einer Vergiftung kommen

Hunde können auf verschiedene Weisen das Gift einer Pflanze aufnehmen. Dabei kommt es darauf an, um was für eine Giftpflanze es sich handelt.

Die häufigste Aufnahmeart ist über das Maul. Das passiert zum Beispiel, wenn dein an den Blättern, Blüten oder der Wurzel der Pflanze knabbert

Viele Vierbeiner machen das aus Langeweile, aus Neugier oder einfach, weil die Blume so interessant riecht. Manchmal werden Pflanzenteile auch vollständig verschluckt

Leider ist es besonders gefährlich, wenn das Gift in den Magen gelangt. Von dort aus kann es sich dann sehr schnell im ganzen Körper verbreiten.

Bei einigen Pflanzen reicht schon der Hautkontakt, um das Gift zu übertragen. Das ist zum Beispiel beim Bärenklau so. 

In besonders seltenen Fällen kann auch das Einatmen des Gifts zu Symptomen führen. Die Vergiftung ist bei diesen Aufnahmearten aber nicht so stark und gefährlich wie bei der Aufnahme über das Maul.

 
 

Symptome einer Vergiftung

 

Bei einer Vergiftung durch eine Pflanze kann es zu vielseitigen Symptomen kommen, da jedes Gift anders wirkt. Es gibt aber einige Symptome, die bei den meisten Vergiftungen auftreten.

Die erste Reaktion des Körpers nach einer Vergiftung ist meist Erbrechen oder Durchfall. Dadurch soll das Gift schnell wieder aus dem Körper gebracht werden. Doch leider ist es in diesem Fall schon zu spät. Es wurde schon zum Teil oder zur Gänze ins Blut aufgenommen. 

Dein Schützling merkt wahrscheinlich selbst, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Er wirkt dann sehr unruhig und läuft hin und her. Einige Giftstoffe verursachen aber auch Lähmungserscheinungen und Apathie.

Eine Vergiftung geht oft mit einer vermehrten Speichelproduktion einher. In extremen Fällen ist das am Schaum vor dem Maul erkennbar. Weitere Symptome sind Bauchschmerzen und Appetitlosigkeit.

Blut im Erbrochenen, Kot oder Urin sind ebenfalls ein Anzeichen einer Vergiftung. Außerdem verursachen die meisten Gifte nach einer Weile Kreislaufbeschwerden, Zittern, Krämpfe und Atembeschwerden.

Ist die Vergiftung schon sehr fortgeschritten und wurde nicht behandelt, kann es sogar zu Organausfällen oder zum Atemstillstand kommen.

Hier findest du die wichtigsten Symptome noch einmal zusammengefasst:

  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Unruhe
  • Apathie
  • Lähmungserscheinungen
  • vermehrte Speichelproduktion
  • Blut im Erbrochenen, Kot oder Urin
  • Kreislaufbeschwerden
  • Zittern
  • Krämpfe
  • Atembeschwerden
  • Atemstillstand
  • Organversagen

Merke dir also diese Infografik:

 

Grafik Symptome Vergiftung

Bei Verdacht: Schnell handeln!

Treten einige der oben genannten Symptome bei deiner Fellnase auf, darfst du keine Zeit verlieren. Solange das Gift nicht resorbiert wurde, d.h. nicht im Blut ist, kann der Arzt deinem Schützling helfen, in dem er ihn mittels Medikamente zum Erbrechen bringt. Du selbst solltest das auf keinen Fall versuchen, das sonst Erstickungsgefahr droht.

Für manche Gifte gibt es Gegenmittel, für viele leider nicht.  In den meisten Fällen muss der Vierbeiner nach aufgenommen Gift und starken Vergiftungssymptomen längere Zeit intravenöse Infusionsflüssigkeit bekommen. Sie schwemmt die Giftstoffe dann möglichst rasch aus dem Körper. 

Deswegen solltest du auch schon zum Tierarzt gehen, wenn du nur den Verdacht hast, dass dein Liebling eine giftige Pflanze gefressen hat. Warte auf keinen Fall bis die ersten Symptome auftreten. Dann könnte es nämlich schon zu spät sein.

1. Ruhe bewahren

Eine Vergiftung kann schwerwiegende Folgen haben, das ist keine Frage. Es bringt aber niemandem etwas, wenn du in Hektik verfällst. Bleibe also ruhig und überlege, was du nun als Nächstes tust. 

So kommt es zu keinen unüberlegten Handlungen und du beruhigst deinen Schützling gleichzeitig. Denn das letzte, was er nun braucht, ist Aufregung.

2. Erste Hilfe

Wenn die Vergiftung schon fortgeschritten und dein treuer Begleiter bewusstlos ist, solltest du Erste Hilfe leisten. Bringe ihn in die stabile Seitenlage und überprüfe immer wieder seinen Puls und seine Atmung. 

Stell dich darauf ein, im Notfall Wiederbelebungsmaßnahmen durchzuführen.

3. Kohletabletten geben

Kohletabletten (auch Aktivkohle genannt) binden das Gift im Magen-Darm, machen es somit unwirksam und werden dann mit dem Kot ausgeschieden. Sie wirken aber nur, wenn seit der Aufnahme des Gifts noch nicht viel Zeit vergangen ist.

Sobald das Gift ins Blut gelangt ist, können Kohletabletten die Vergiftung nicht mehr verhindern.

Jeder Hundehalter sollte für den Notfall Aktivkohle im Haus haben. Sprich vorher am besten mit einem Tierarzt ab, wie viele Tabletten bei einer Vergiftung gegeben werden sollten.

4 . Sofort zum Tierarzt

Sobald du den Verdacht hast, dass dein Vierbeiner eine giftige Pflanze gefressen hat, solltest du umgehend mit ihm zu einem Tierarzt fahren. Informiere dich vorher, ob er geöffnet hat. Zur Not musst du deinen Liebling in eine Tierklinik bringen.

Der Tierarzt sollte vorher am besten telefonisch über den Notfall informiert werden. Dann kann er sich darauf einstellen und die passenden Medikamente bereithalten. 

Falls die Vergiftung schon fortgeschritten ist, kann dein Kleiner vielleicht nicht mehr laufen. Dann solltest du schnell Hilfe für den Transport zum Tierarzt oder zur Tierklinik organisieren.

Das Problem bei einer Vergiftung durch Pflanzen ist, dass jedes Gift anders wirkt und somit auch ein anderes Gegenmittel bzw. eine andere Therapie bedarf.

Deswegen solltest du dem Arzt deine Vermutung über die Art der Vergiftung sowie über die aufgenommene Menge mitteilen.

Erzähle ihm außerdem detailliert von allen Symptomen. Wenn es möglich ist, solltest du die giftige Pflanze sogar mitbringen. 

Wenn dein Schützling schnell therapiert wird, erhöht das die Überlebenschancen enorm. Deswegen gilt: Beim Verdacht einer Vergiftung so schnell wie möglich handeln!

 

Pilze sind für Hunde tabu

 

Auch wenn Pilze keine Pflanzen sind, erwähne ich sie hier trotzdem. 

Viele Hundehalter machen nämlich einen schwerwiegenden Fehler: Sie denken, dass harmlose Lebensmittel für Menschen auch für ihre Vierbeiner unbedenklich sind. 

Doch schon alleine am Beispiel von Schokolade wird deutlich, dass für Hunde viel mehr Lebensmittel giftig sind als für uns.

Das gilt auch für Pilze. Es wurde noch nicht genug erforscht, welche Pilze wirklich giftig für sie sind und welche nicht. Aus diesem Grund sollten Vierbeiner sicherheitshalber keine Pilze fressen. Das bedeutet auch, dass sie in der Küche oder im Garten nicht in die Reichweite von ihnen kommen sollten.

 

4 Tipps zur richtigen Vorbeugung

1. Alle giftigen Pflanzen entfernen

Überprüfe alle deiner Zimmer- und Gartenpflanzen darauf, ob sie giftig für deinen Pelzträger sind. Wenn ja, solltest du sie umgehend entfernen, verschenken oder zumindest außerhalb der Reichweite deines Vierbeiner stellen. 

Die Liste der giftigen Pflanzen ist natürlich nicht vollständig. Auch in einem Buch über Pflanzen können nicht alle Giftpflanzen der Welt aufgelistet sein. Deswegen gilt im Zweifelsfall: Was nicht hundertprozentig unschädlich ist, muss weg.

2. Expertenmeinung vor dem Kauf einer Pflanze

Wenn du beim Floristen oder im Gartencenter eine neue Pflanze kaufen willst, solltest du dich vorher über sie informieren. Dafür kannst du zum Beispiel den Berater im Laden fragen, ob diese Zimmer- oder Gartenpflanze für Vierbeiner ungefährlich ist.

3. Vorsicht beim Spaziergang

Giftige Pflanzen lauern nicht nur im Zimmer oder im Garten. Die gefährlichsten sind vermutlich auf Wegrändern oder Wiesen zu finden. Deswegen solltest du die Blumen und Sträucher auf dem Weg im Blick haben und an „verdächtige“ nicht allzu nah herangehen. So hat dein haariger Gefährte nicht die Möglichkeit, sich beim Spazierengehen zu vergiften.

4. Anti-Knabber-Training

So ganz vermeiden lässt sich der Kontakt zu Pflanzen natürlich nicht. Deswegen ist es sinnvoll, deinem Liebling von Anfang an beizubringen, dass er weder Unbekanntes noch Pflanzen anknabbern darf. Hat er das erst einmal gelernt, musst du auch beim Spaziergang keine Angst mehr vor einer Vergiftung durch Pflanzen haben.

 
 

 

Empfehlung vom Tierarzt

Eine Vergiftung kann schwerwiegende Folgen für deinen Schützling haben und im schlimmsten Fall zum Tod führen. Deswegen ist es besonders wichtig für Hundehalter, diesen Fall vorzubeugen und im Notfall richtig zu reagieren.

Sehr viele Pflanzen sind giftig für unsere Hunde. Sie haben daher auch nichts im Haus oder im Garten von Hundehaltern zu suchen. Überprüfe am besten alle deine Pflanzen und entsorge konsequent giftige Pflanzen. Auch die, bei denen du dir nicht sicher bist. Beim Spazierengehen solltest du auf mögliche Giftpflanzen achten und deinen treuen Begleiter von ihnen fernhalten.

Auch trotz aller Vorsicht kann es zu einer Vergiftung kommen. In diesem Fall ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und schnell zu handeln. Sind noch keine Symptome eingetreten, können Kohletabletten Schlimmeres verhindern. 

In jedem Fall muss dein Hund so schnell wie möglich zum Tierarzt gebracht werden. Wenn du schnell handelst, kannst du deinem Liebling so das Leben retten.

Hier noch 2 Empfehlungen, die du am besten zu Hause haben solltest.

Kohle Compretten
Kohle Compretten
Medizinische Kohle anwendbar bei Durchfall und akuten oralen Vergiftungen.
  • Eine Packung enthält 30 Tabletten
 
Hunde-Notfallkofferset bei Vergiftungen
Hunde-Notfallkofferset bei Vergiftungen
  • Carbodote Aktivkohle
  • Suspension 100ml
  • Verabreichung mit 20ml Spritze
  • 5x Mundspatel
  • 1x Rettungsdecke für Wärmeerhalt und Transport
  • 4x Einmalhandschuhe
  • 1x kompakte Tasche für unterwegs
 
 

Geprüft vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Geprüft vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Ich bin Tierarzt und Autor für Tiergesundheitsthemen. Tiere sind meine Leidenschaft und es ist mir ein persönliches Anliegen, medizinisch akkurate Artikel und Videos zu erstellen, um Tierbesitzer so gut es geht zu informieren.

Mehr erfahren unter www.hundeo.com

Expertenwissen zum Hund, siehe www.hundeo.com

 

Rattengift bei Hunden (Symptome & Notfalltipps)

Auch wenn Rattengift zur Bekämpfung von Rattenplagen nützlich ist, kann es zu großen Problemen führen. Denn nicht nur für Ratten ist dieses Gift tödlich, sondern auch für andere Lebewesen. Wie zum Beispiel für unsere geliebten Hunde.

Egal, ob das Ausstreuen des Gifts nicht richtig gekennzeichnet oder es von Hundehassern bewusst ausgelegt wurde:

Hat dein Hund Rattengift gefressen, musst du schnell handeln.

Auch wenn dein Liebling anfangs noch keine Symptome zeigt, darfst du auf keinen Fall zögern. Eine Vergiftung kann nämlich 2 bis 5 Tage ohne Beschwerden verlaufen. Und wenn die ersten Symptome auftreten, kann es schon zu spät sein.

Zum Glück kannst du deinem Hund auch schon helfen, bevor du den Tierarzt erreicht hast: 

Kohletabletten machen einen Teil des Gifts unschädlich und erhöhen so die Chancen, dass dein Hund keine bleibenden Schäden davonträgt. Sie ersetzen aber keinesfalls die Behandlung beim Tierarzt!

Außerdem haben wir uns für diesen Artikel Beratung vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic eingeholt.

 

Warum ist Rattengift gefährlich?

 

Rattengift beim Hund

Rattengift, auch Rodentizid genannt, wird für die Beseitigung von Rattenplagen eingesetzt. Die unerwünschten Gäste verwechseln das Gift mit Nahrung und fressen es. 

Die meisten Rattengifte enthalten als Wirkstoff Cumarinderivate, welche die Blutgerinnung hemmen. Sobald  Rattengift über die Darmwand aufgenommen wird und ins Blut gelangt, behindert es die Funktion von Vitamin K und die damit verbundenen Gerinnungsfaktoren. Dadurch wird die Blutgerinnung gestört und die Tiere verbluten innerlich.

Der Wirkstoff wurde synthetisch so verändert, dass er besonders langsam wirkt. Ratten sind sehr intelligente Tiere. Würden sie beobachten, dass ihre Artgenossen etwas fressen und daraufhin sofort sterben, würden sie das in Verbindung bringen und selbst nichts von dem Gift zu sich nehmen. Da sich die Symptome nun aber erst nach einiger Zeit bemerkbar machen, können mehr Ratten auf einmal getötet werden.

Leider halten auch unsere Hunde Rattengift für etwas Essbares. Die Wirkung des Gifts ist dabei dieselbe wie bei Ratten. Die Blutgerinnung wird gehemmt und die Organe werden nach und nach geschädigt. 

Wird die Vergiftung nicht rechtzeitig von einem Tierarzt behandelt, ist sie lebensgefährlich. 

Du darfst also auf keinen Fall Zeit verlieren, wenn du den Verdacht hast, dass dein Hund Rattengift gefressen hat. Als erstes sollte eine medizinische Erstversorgung mit Kohletabletten stattfinden. Und auch der Besuch beim Tierarzt ist in diesem Fall lebenswichtig.

 

So erkennst du Rattengift

 

Die Form und Farbe von Rattengift ist deutschlandweit nicht einheitlich und unterliegt auch keinen Normen. Deswegen gibt es sehr viele Arten. 

Das Gift kann die Form von Körnern, Tabletten oder Pellets haben. Es kann sogar ein Paste oder flüssig sein.

Meist ist Rattengift auffällig gefärbt. Die Farben variieren ebenfalls stark. Es kann also in rot, gelb, lila, schwarz, braun, grün, blau oder in jeglichen anderen Farben vorliegen.

Nicht nur das Gift selbst ist für deinen Vierbeiner tödlich. Er kann an einer Vergiftung leiden, ohne es direkt gegessen zu haben. Wenn er eine vergiftete Ratte gefressen hat, kann es zu einer indirekten Vergiftung kommen. 

Das ist jedoch eher selten. Trotzdem solltest du diese Möglichkeit in Erwägung ziehen, wenn dein Liebling eine tote oder geschwächte Ratte gefressen hat.

16 mögliche Symptome

 

Rattengift bei Hunden (Symptome & Notfalltipps) 1

Je nach Giftsorte, aufgenommener Menge, Größe, Alter und Gewicht eines Hundes sowie vergangener Zeit fallen die Beschwerden unterschiedlich stark aus. Welpen, kranke und ältere Hunde reagieren viel stärker auf das Gift und sind somit besonders gefährdet.

Die Symptome zeigen sich in der Regel erst mehrere Stunden nach der Aufnahme des Gifts. Bis zu 5 Tagen kann dein Hund trotz einer Vergiftung keine Beschwerden haben. 

Die erste Reaktion des Körpers auf eine Vergiftung ist das Erbrechen. Im Erbrochenen können sich auch Blut oder Giftkörnchen befinden. Durchfall ist ebenfalls ein mögliches Symptom.

Das Zahnfleisch deines Hundes ist nach einer Vergiftung entweder sehr blass oder extrem rot. Die Zunge ist meist bläulich verfärbt. Eventuell hat dein Hund sogar Schaum vor dem Mund, weil er nun vermehrt Speichel produziert.

Es könnte sein, dass dein Hund sehr unruhig ist und Atembeschwerden, wenn nicht sogar Atemnot hat. Ein unregelmäßiger Puls und Herzrhythmusstörungen können ebenfalls Folgen einer Vergiftung sein.

Ist die Aufnahme des Gifts schon mehrere Stunden her, können Nasenbluten und Blut im Urin auftreten. Die Körpertemperatur ist niedriger als sonst und dein Hund wirkt teilnahmslos sowie apathisch.

Im schlimmsten Fall zittert er am ganzen Körper, hat Krämpfe und wird bewusstlos.

Zusammenfassung der Symptome

  • Erbrechen
  • Durchfall
  • blaue Zunge
  • blasses oder stark gerötetes Zahnfleisch
  • vermehrter Speichel, Schaum vor dem Mund
  • unregelmäßiger Puls
  • Herzrhythmusstörungen
  • unruhige Atmung, Atembeschwerden, Atemnot
  • allgemeine Unruhe
  • Nasenbluten
  • Blut im Urin
  • niedrige Körpertemperatur
  • Zittern
  • Krämpfe
  • Apathie
  • Bewusstlosigkeit
Es können nur wenige oder einige dieser Symptome gleichzeitig bei einer Rattenvergiftung beobachtet werden. Dies hängt von der Menge des aufgenommenen Rattengiftes und von dem allgemeinen Gesundheitszustand des Hundes ab.
 

Andere Vergiftungen ausschließen

 

Es gibt viele verschiedene Ursachen, die ähnliche Symptome auslösen. Damit dein Tierarzt schnell die richtige Behandlung einleiten kann, solltest du ihm sehr detailliert von allen Beschwerden berichten. 

Eine andere mögliche Vergiftung kann durch Schneckengift – auch Schneckenkorn genannt – verursacht worden sein. Dieses Gift wirkt einige Stunden schneller als Rattengift. Es führt zu Herzrasen und Krämpfen.

Eine Vergiftung durch Rattengift kann auch mit einem Insektenstich oder Schlangenbiss verwechselt werden. Meist werden allergische Reaktionen ausgelöst, die den Symptomen einer Vergiftung sehr ähnlich sind.

Stark unterschätzt werden Vergiftungen durch Schokolade oder andere giftige Lebensmittel. Insbesondere Schokolade ist lebensgefährlich für unsere Vierbeiner. Dein Hund darf auf keinen Fall Lebensmittel mit Kakaopulver fressen. Falls es doch passiert ist, können Erbrechen, starker Durst, Atembeschwerden und Herzversagen die Folgen sein.

Hast du den Verdacht, dass es sich auch um eine andere Vergiftung handeln könnte, solltest du das dem Tierarzt sagen. So kann er besser herausfinden, wie er deinem Hund am besten hilft.

4 Schritte Anleitung bei einer Vergiftung

1. Ruhe bewahren!

In einer Notfallsituation kann Hektik zu schwerwiegenden Fehlern führen. Umso ruhiger du und andere Helfer an die Situation herangehen, desto überlegter sind deine Handlungen. 

Außerdem bemerkt dein Hund Aufregung sofort. Ganz im Gegenteil dazu solltest du deinen Hund beruhigen. Im Notfall musst du ihn zu seiner eigenen Sicherheit anleinen.

2. Erste Hilfe leisten

Wenn dein Hund bewusstlos ist, solltest du ihn in die stabile Seitenlage bringen. 

Auf keinen Fall sollte er in dieser Situation eine Maulschlinge tragen. Falls er sich dann übergibt, könnte er ansonsten daran ersticken. Du solltest ihn auch nicht zum Erbrechen bringen, denn dadurch könnten die Atemwege blockiert werden.

Überwache immer wieder seine Vitalwerte wie Puls und Atmung. Falls dein Liebling nicht mehr atmet oder du keinen Puls mehr spürst, solltest du sofort mit den Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen. 

Führe abwechselnd eine Herz-Druck-Massage und eine Mund-zu-Nase-Beatmung durch. Es ist hilfreich, wenn dir eine zweite Person dabei hilft.

Dein Hund muss in diesem Fall unverzüglich zum Tierarzt oder in eine Tierklinik gebracht werden. Falls diese bereits geschlossen haben, muss dein Liebling zur Tier-Notfallambulanz.

3. Kohletabletten verabreichen

Dieser Schritt ist nur sinnvoll, wenn bis dahin noch keine Symptome aufgetreten sind. 

Kohletabletten, auch Aktivkohle genannt, binden das Gift im Magen oder im Darm an sich und machen es somit unschädlich Der Wirkstoff gelangt nun nicht mehr durch die Darmwand und wird einfach ausgeschieden.

Tierbesitzer sollten immer Aktivkohle im Haushalt haben. Sie sind in Tabletten- und Pulverform in Apotheken, Drogerien und beim Tierarzt erhältlich. Mit dem Tierarzt sollte vorher die richtige Dosis abgesprochen werden. Diese sollte auch schon für Notfälle vorbereitet sein.

Kohletabletten helfen sowohl bei Rattengift als auch bei anderen Vergiftungen, die aus dem Darm in den Kreislauf eindringen.

Jedoch ersetzen sie auf keinen Fall die Behandlung beim Tierarzt. Sie helfen lediglich, die Menge des Gifts zu minimieren, bis der Tierarzt erreicht wurde. Somit wird die Überlebenswahrscheinlichkeit deines Hundes erhöht.

4. So schnell wie möglich zum Tierarzt

Der Gang zum Tierarzt sollte so schnell wie möglich erfolgen. 

Falls zu viel Zeit vergangen ist und dein Hund schon starke Symptome zeigt, wirken Kohletabletten nicht mehr. Das Gift ist nun schon ins Blut übergegangen. Nun kann nur noch der Tierarzt helfen.

Es ist hilfreich, den Tierarzt bzw. die Tierklinik vorher telefonisch zu informieren. Somit weißt du, ob sie geöffnet haben. Außerdem kann sich der Arzt schon auf den Fall einstellen und die passenden Medikamente bereithalten.

Wenn möglich, solltest du eine Probe des Gifts, Kot oder Erbrochenes mitbringen. Das könnte dem Tierarzt dabei helfen, die Art und Stärke der Vergiftung zu bestimmen. 

Leider dauert ein genauer Nachweis des Gifts im Labor bis zu einer Woche. Deswegen wird er sich nach den genauen Symptomen deines Hundes erkundigen und ihm dann bei starkem Verdacht hochdosiertes Vitamin K spritzen. 

Wenn die richtige Therapie rechtzeitig verabreicht wird, kann es deinen Hund heilen und er hat eventuell auch keine Folgeschäden mehr.

 

Einer Vergiftung vorbeugen

 

Damit es erst gar nicht so weit kommt, kannst du eine Vergiftung deines Hundes mit einfachen Maßnahmen vermeiden, zumindest die Risiken verringern.

Wenn Rattengift ausgelegt wird, sind Tafeln, Schilder und Aufkleber pflicht, die auf die Gefahr hinweisen. Deswegen solltest du bei jedem Spaziergang auf diese Warnhinweise achten. Allerdings kann es auch sein, dass es einfach vergessen oder das Gift sogar absichtlich hingelegt wurde.

Falls du schon von Vergiftungen in einem bestimmten Gebiet gehört hast, solltest du es unbedingt meiden und dir eine neue Strecke zum Spazierengehen heraussuchen.

Du kannst deinen Hund von Anfang an darauf trainieren, beim Spazierengehen nichts zu fressen. Dann kann auch ausgelegtes Rattengift zu keinem Problem werden. 

Zusätzlich kannst du beim Spaziergang auf den Weg achten, um potenzielles Gift schnell zu erkennen. Und auch deinen Hund solltest du dabei beobachten. Auf keinen Fall darf er auf dem Weg etwas fressen. 

Das kannst du einfacher überwachen, indem du ihn bei Spaziergängen immer an der Leine führst und das Kommando hast.

Empfehlung vom Tierarzt

 

Hundeo Logo Frau mit Hund

Eine Vergiftung mit Rattengift kann schwerwiegende Folgen für unsere Hunde haben. Deswegen ist es wichtig, immer eine Notfalldosis an Kohletabletten da zu haben. Das kann im Fall der Fälle das Leben deines Hundes retten.

Falls es zu einer Vergiftung gekommen ist, musst du unbedingt Ruhe bewahren. Das wichtigste ist dann, sofort einen Tierarzt aufzusuchen. Nur er kann deinem Hund wirklich helfen. Umso schneller das Gegenmittel verabreicht wird, desto besser stehen die Überlebenschancen.

Und damit es erst gar nicht so weit kommt, solltest du beim Spazierengehen besonders auf mögliches Gift achten. Wenn dein Hund so trainiert ist, dass er nichts Fremdes frisst, kann auch nichts passieren.

Hier sind übrigens Kohletabletten, die ich immer zuhause habe:

Kohle-Tabletten
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Medizinische Kohle anwendbar bei Durchfall und Vergiftungen.
Eine Packung enthält 30 Tabletten
 

 

 
 

Geprüft vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Geprüft vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Ich bin Tierarzt und Autor für Tiergesundheitsthemen. Tiere sind meine Leidenschaft und es ist mir ein persönliches Anliegen, medizinisch akkurate Artikel und Videos zu erstellen, um Tierbesitzer so gut es geht zu informieren.

Mehr erfahren unter www.hundeo.com

Expertenwissen zum Hund, siehe www.hundeo.com

 

5 Tipps gegen Giardien beim Hund

Wenn dein Hund unter ständigem Durchfall, Erbrechen und Bauchkrämpfen leidet, könnte es sich tatsächlich um eine Giardiose handeln. 

Die Parasiten besiedeln den Dünndarm vieler Lebewesen und richten von dort aus viel Schaden an. Doch mithilfe einiger Medikamente, gründlicher Hygiene und ganz viel Geduld kannst du deinem Liebling helfen.

Außerdem haben wir uns für diesen Artikel Beratung vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic eingeholt.

 

Was sind Giardien?

 

giardien hund

Bei Giardien handelt es sich um einzellige Parasiten, die im Dünndarm von Hunden leben und sich von den aufgenommenen Nährstoffen ernähren. 

Der Großteil der Welpen ist von Giardien befallen, jedoch zeigen die wenigsten von ihnen Symptome. Somit gehören sie zu den häufigsten endogenen Schmarotzern bei Hunden.

Es gibt ca. 40 Arten von Giardien. Die kleinen Plagegeister sind nur wenige Mikrometer groß. Mithilfe von Geißeln bewegen sie sich fort. Sodass sie nicht mit dem Nahrungsbrei weggespült und ausgeschieden werden, halten sie sich mit „Saugnäpfen“ an der Darmwand fest. Sind sie einmal im Verdauungstrakt eines Lebewesens, vermehren sie sich sehr schnell. 

Über Zysten und Zoonose

Einige Bakterien werden über den Kot wieder ausgeschieden. Sie sind dann umhüllt, sodass sie auch ohne Wirt mehrere Monate lang überleben können. In diesem Lebensstadium werden sie auch Zysten genannt.

Durch diese Zysten können andere Lebewesen wie zum Beispiel Katzen oder auch Menschen sehr schnell angesteckt werden. Die Übertragung von Krankheiten von Tieren auf Menschen und auch andersherum wird Zoonose genannt. 

Viele Hunde sind von Giardien befallen, ohne Symptome zu zeigen. Nur wenn gelichzeitig auch Beschwerden auftreten, spricht man von dem Ausbruch einer Giardiose. 

Welpen sind besonders gefährdet, da ihr Immunsystem noch nicht ganz ausgebildet ist. Aber auch bei älteren oder geschwächten Hunden kann es zu Symptomen kommen.

Nach einer überstandenen Infektion ist eine Immunität möglich. Das bedeutet, dass besonders immunstarke Hunde danach genug Antikörper besitzen, um nicht noch einmal infiziert werden zu können.

 

Ursachen einer Giardiose

 

Die Parasiten können über viele Wege übertragen werden, zum Beispiel durch infiziertes Wasser, Kot oder Nahrung. 

Wenn dein Hund aus einer Pfütze trinkt oder er Gegenstände oder anderes ableckt, an denen vorher ein infizierter Hund war, kann er die Parasiten aufnehmen. Auch Fliegen können Giardien übertragen.

Wenn die Mutter eines Welpen infiziert ist, zeigt sie wahrscheinlich keine Symptome und die Krankheit bleibt unbemerkt. Durch den engen Kontakt können die Parasiten aber übertragen werden. Bei einem schwachen Immunsystem kommt es dann viel eher zum Ausbruch der Giardiose.

Auch Stress oder eine Nahrungsumstellung können das Abwehrsystem schwächen und tragen somit zur Krankheit bei. Wenn mehrere Hunde oder Hunde und Katzen zusammen gehalten werden, erhöht das ebenfalls das Risiko einer Infektion.

Giardien sind Schuld an diesen Symptomen

 

5 Tipps gegen Giardien beim Hund 1

Nur selten kommt es bei einem Giardien-Befall zu Beschwerden. In den meisten Fällen können die Erreger bekämpft werden, bevor es zum Ausbruch einer Giardiose kommt. 

Bei Welpen oder geschwächten Hunden ist das anders: Das Immunsystem ist nicht hundertprozentig funktionstüchtig und mit der Zeit zeigen sich viele Symptome.

Die auffälligsten Beschwerden sind starker Durchfall und Erbrechen. Der Durchfall ist unkontrolliert und tritt mehrmals täglich auf. Manchmal befindet sich auch Blut darin. Das passiert dann, wenn die Giardien die Darmwand beschädigt haben.

Bei einer Infektion hat dein Hund vermutlich Bauchschmerzen, Krämpfe und einen aufgeblähten Bauch. Du erkennst das an den verkrampften Muskeln im Bauchraum. 

Der Kot ist vermutlich heller als sonst und riecht faulig.

Interessantes über die Parasiten

Da die Parasiten die wichtigen Nährstoffe im Darm abfangen, nimmt dein Hund ab, obwohl er genauso viel frisst wie vorher. Dadurch verschlechtert sich auch sein Allgemeinzustand und er ist geschwächt. Nun ist er anfälliger für andere Krankheiten, besonders für welche im Magen- und Darmbereich.

Wenn sich dein Welpe während der Infektion noch im Wachstum befindet, kann es bei einer starken Infektion sogar zu Wachstumsstörungen kommen. Schließlich fehlen deinem Liebling nun wichtige Nährstoffe.

Die Symptome treten nicht durchgängig auf, sondern wechseln sich mit beschwerdefreien Phasen ab.

Auch wenn eine Giardiose deinen Hund belastet und du dir vermutlich Sorgen machst: Denk daran, dass sie nicht lebensgefährlich ist und du deinem Vierbeiner mit der richtigen Behandlung schnell helfen kannst.

Hier findest du die wichtigsten Symptome noch einmal zusammengefasst:

  • Durchfall (blutig, schleimig)
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen und -krämpfe
  • Blähungen
  • heller Kot, Fäulnisgeruch
  • verkrampfte Muskeln in der Bauchgegend
  • Gewichtsabnahme
  • Schwäche
 

Diagnose von Giardien

 

Treten einige dieser Symptome bei deinem Hund auf, solltest du unbedingt mit ihm zu einem Tierarzt gehen. Das ist besonders wichtig, wenn du Blut im Durchfall entdeckst oder dein Liebling Gewicht verliert. 

Eine eindeutige Diagnose ist nur durch einen Labortest möglich. Dabei wird der Kot unter dem Mikroskop untersucht. Deswegen solltest du bei Verdacht Kotproben von mindestens 3 Tagen mitbringen. Denn nicht in jeder Probe werden Zysten ausgeschieden.

Zur Not können die Bakterien beim Tierarzt auch durch eine Darmspiegelung oder durch die Analyse von Darmflüssigkeit festgestellt werden.

Diese Tests ergeben jedoch nur Sinn, wenn der Verdacht einer Giardiose bestätigt werden soll. Nach der Behandlung sind sie nicht mehr aussagekräftig genug. Denn auch bei einem negativen Test können sich noch wenige Giardien im Körper befinden. 

Diese reichen vielleicht schon aus, um eine neue Infektion auszulösen. Außerdem können sich die Parasiten auch im Gallengang verstecken. Dort sind sie dann nicht mehr nachweisbar.

Eine langwierige Behandlung

Die Therapie gegen die lästigen Bakterien erweist sich meist als sehr schwierig. Giardien sind nämlich sehr hartnäckig und ihre Zysten können schon in der ganzen Wohnung verteilt sein. Deswegen helfen Medikamente allein nicht. Nebenbei muss eine starke Hygiene eingehalten werden.

Der Tierarzt kann dir verschiedene Mittel gegen Parasiten empfehlen. Mögliche Wirkstoffe können Metronidazol, Fenbendazol, Febantel oder Albendazol sein. 

Diese Antibiotika bzw. Antihelmintika werden 3 – 5 Tage hintereinander verabreicht, je nachdem welchen Wirkstoff man verwendet. Bei hohem Infektionsdruck, kann bei einzelnen Tieren die Elimination unvollständig sein, sodass eine Kontrolluntersuchung (Kotprobenuntersuchung) erfolgen sollte und gegebenenfalls ist eine Wiederholungsbehandlung erforderlich.  

Leider können die Medikamente Nebenwirkungen haben, die deinen Hund zusätzlich schwächen. Zum Beispiel schwächen Antibiotika den Magen- und Darmflora. Und nicht immer helfen diese Mittel. Sie können nicht alle Erreger abtöten, sondern nur einen Teil. Den Rest muss das Immunsystem deines Hundes übernehmen.

 

5 wichtige Hygienemaßnahmen

 

Nur wenn die Hygiene regelmäßig und konsequent durchgeführt wird, können die Giardien vollständig beseitigt werden. Auch wenn es anfangs lästig erscheint, ist es immer noch besser als ein Rückschlag in der Behandlung. 

 

1. Näpfe & Spielzeug heiß waschen

 

Die Zysten können auch monatelang ohne einen Wirt leben. Daher können alle Gegenstände, mit denen dein Hund in Berührung gekommen ist, kontaminiert sein.

Deswegen solltest du Spielzeuge, Decken und Kissen bei 90° waschen. Verwende dabei am besten Desinfektionswaschmittel. Näpfe und Körbe solltest du ebenfalls mit möglichst heißem Wasser ausspülen.

Von Dingen, die du nicht gründlich genug waschen kannst, musst du dich dann leider trennen. Auch Liegeflächen und Fliesen sollten mit heißem Wasser oder Dampf gereinigt werden. 

Am Ende muss alles gründlich abgetrocknet werden. Giardien bevorzugen nämlich Feuchtigkeit. Außerdem solltest du alles, mit dem dein Hund in Berührung gekommen ist, gründlich desinfizieren. Es gibt dafür Desinfektionsmittel, die speziell gegen Giardien-Befall sind.

 

2. Durchfall in der Wohnung vorbeugen

 

Dein Hund kann bei einer Giardiose Durchfall nicht kontrollieren. Deswegen kommt er meist unerwartet. 

Wenn du stündlich mit ihm nach draußen gehst, macht er seltener in die Wohnung. Trotzdem kannst du in deiner Wohnung Inkontinenzunterlagen oder Zeitungen auslegen. Zum einen lässt es sich dann besser säubern, zum anderen trägt es zur Hygiene bei. 

Wenn dein Hund auf das Sofa springt, solltest du es mit Bettbezügen abdecken und täglich wechseln. Der Bettbezug muss ebenfalls bei mindestens 60° gewaschen werden.

 

3. Kot sofort entfernen

 

Du solltest den Kot so schnell wie möglich in den Müll entsorgen. Am besten verschließt du ihn vorher in eine Tüte. Sonst könnten Fliegen herankommen und sich infizieren. 

Außerdem solltest du dabei Gummi- oder Latexhandschuhe tragen. Schließlich können auch Menschen mit diesen Bakterien angesteckt werden.

Im Garten kannst du den Kot natürlich nicht so gründlich entfernen wie in der Wohnung. Deswegen solltest du die Stelle danach mit Kalk bestreuen. Das tötet einen Großteil der Erreger ab.

 

4. Hund regelmäßig waschen

 

Ob dein Hund es mag oder nicht: Nun muss täglich die Afterregion gründlich gereinigt werden. Auch häufigeres waschen des kompletten Haarkleides mit einem Hundeshampoo ist zu empfehlen. Wichtig ist, dass er danach wieder komplett abgetrocknet wird.

Nachdem er sein Geschäft verrichtet hat, solltest du seinen After mit einem Feuchttuch abwischen.

 

5. Vorsicht im Umgang mit Kleinkindern

 

Da Kinder sich auch schnell mit Giardien anstecken können, sollten sie nicht unbeaufsichtigt mit einem infizierten Hund spielen. Dein Hund darf Kinder auf keinen Fall ablecken. Nach dem Kuscheln müssen die Hände gründlich gewaschen werden.

Was du unbedingt noch beachten solltest

Du darfst deinem Hund auf keinen Fall das Gefühl geben, dass er durch die Krankheit ausgegrenzt wird. 

Besonders Welpen brauchen sehr viel Zuwendung. Wenn sie jedoch aus Hygienegründen nicht mehr gestreichelt werden oder nicht mehr in die Wohnung dürfen, kann das Störungen in der Entwicklung hervorrufen. 

Denk daran, dass du trotz einer Giardien-Infektion mit deinem Hund kuscheln kannst. Du musst danach einfach nur gründlich die Hände waschen. Gerade jetzt braucht dein Hund Unterstützung. 

Schimpfe auf keinen Fall mit ihm, weil er in die Wohnung macht. Während der Giardiose kann dein Welpe nichts dafür. Der Durchfall kommt unerwartet und eine Bestrafung würde ihn nur verwirren.

Versuche trotz der Hygienemaßnahmen mit deinem Hund so weiterzuleben wie vorher. Das hilft ihm in diesem Moment am meisten.

 

Tipp: Ein Wundermittel für Hunde

 

Die Ernährung allein kann die Giardien nicht beseitigen. Doch sie kann zu einer schnelleren Besserung beitragen. Kohlenhydrate verschlimmern die Beschwerden nachweislich.

Deswegen solltest du deinem Liebling kohlenhydratarme Nahrung und dafür mehr Proteine geben. Auf jeden Fall solltest du Futter vermeiden, was zusätzliche Blähungen verursacht.

Eine Morosche Möhrensuppe kann Wunder bewirken. Auch wenn sie die Therapie nicht ersetzt, trägt dieses Futter zur Genesung bei.

Nach einer überstandenen Infektion ist das Verdauungssystem deines Hundes gereizt. Schonkost kann dabei helfen, Magen und Darm wieder zu stärken. 

Wenn du die Genesung deines Hundes mit homöopathischen Mitteln unterstützen möchtest, empfehle ich dir Calcium carbonicum D200. Es hilft gegen Magenbeschwerden und kann problemlos auch bei Hunden angewendet werden.

Maßnahmen zur Vorbeugung

Es ist schwierig, eine Giardien-Infektion vorzubeugen. Aber mit einigen wenigen Maßnahmen, kannst du das Risiko minimieren.

Auch wenn dein Hund nicht infiziert ist, solltest du stark auf die Hygiene achten. Das gilt besonders, wenn du mehrere Haustiere hast. Lass deinen Hund auf keinen Fall aus Pfützen trinken oder Kot fressen. Das kann eine Ansteckung verhindern.

Da eine Giardiose erste bei einem geschwächten Immunsystem zu einem Problem wird, sollte dein Hund so wenig Stress wie möglich haben. Mit Vitaminen und Probiotika kannst du die Abwehrkräfte deines Hundes zusätzlich stärken.

Empfehlung vom Tierarzt

 

Eine Giardien-Infektion ist nervenaufreibend: Sowohl für deinen Hund als auch für dich als Halter. Aber umso besser du auf die Hygiene achtest, desto schneller ist dieser Ausnahmezustand auch wieder vorbei.

Es ist wichtig, dass dein Hund nicht viel von dem Stress mitbekommt. Es würde ihn nur zusätzlich belasten. Gehe genauso mit ihm um, wie auch zuvor. Er braucht nun mindestens so viel Zuwendung wie vorher, sonst kann das schnell zu Verhaltensstörungen führen.

Denke daran: Auch wenn die Behandlung aufwendig ist, es gibt Schlimmeres. Die Giardiose ist bestimmt bald wieder überstanden und dann geht alles wieder seinen gewohnten Gang.

 

 

 
 

Geprüft vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Geprüft vom Tierarzt Mag.med.vet. Emin Jasarevic

Ich bin Tierarzt und Autor für Tiergesundheitsthemen. Tiere sind meine Leidenschaft und es ist mir ein persönliches Anliegen, medizinisch akkurate Artikel und Videos zu erstellen, um Tierbesitzer so gut es geht zu informieren.

Mehr erfahren  unter www.hundeo.com

Expertenwissen zum Hund, siehe www.hundeo.com

 

Was dürfen Hunde nicht essen? (50 Lebensmittel geprüft)

Wer kann diesen Hundeblicken widerstehen, wenn sie um einen Happen von dir betteln? Doch welche Lebensmittel deinem Hund nicht guttun und sogar giftig sind, lernst du in diesem Beitrag.

Als Bonus zeige ich dir sogar noch, welche Zimmerpflanzen für deinen Vierbeiner gefährlich sein können. Viel Spaß beim Lesen ?

In Sachen Fütterung kann man sehr leicht etwas falsch machen. 

Egal, wie entzückend sie betteln, beachte die folgenden Regeln und erspare dir und deinem Liebling großes Leid.

Möchtest du mehr erfahren? Dann findest du unten 50 Nahrungsmittel, die deine Fellnase nicht essen darf.

 

Warum schaden einige Lebensmittel unseren Hund?

 

Was dürfen Hunde nicht essen

Es gibt Lebensmittel oder Getränke, die für uns Menschen gesund sind, für unseren Liebsten jedoch den Tod bedeuten können.

Warum eigentlich?

Die Ursache hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Generell ist es so, dass Hunde nicht die notwendigen Enzyme haben, um diese giftigen Stoffe schnell abzubauen.

Ein gutes Beispiel dafür ist der Wirkstoff Theobromin. Wir Menschen haben das Enzym, um Theobromin schnell abzubauen, aber unsere Vierbeiner nicht.

Deswegen möchte ich dich sofort an dieser Stelle auf folgendes aufmerksam machen:  Du musst bei unbewusstem Füttern von giftigen oder nicht verträglichen Lebensmitteln hart durchgreifen!

50 Giftige und unverträgliche Lebensmittel

Giftige Lebensmittel

 

1. Kakaohaltige Lebensmittel

 
 

Was dürfen Hunde nicht essen? (50 Lebensmittel geprüft) 1

Alle kakaohaltigen Lebensmittel wie Schokolade oder Gebäck und einige Getränke sind für deinen Schützling tabu. Er hat nicht das notwendige Enzym, um den Wirkstoff Theobromin schnell genug abzubauen.

Eine einzige Tafel Schokolade könnte einen 24 kg schweren Hund töten!

Die Symptome einer Theobromin-Vergiftung sind: 

  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Unruhe, Stress
  • Erhöhtes Urinieren
  • Zittern
  • Erhöhte, unregelmäßige oder anormale Herzfrequenz
  • Zusammenbruch des Nervensystems, Anfälle
  • Tod
 

2. Weintrauben und Rosinen

 
 

Was dürfen Hunde nicht essen? (50 Lebensmittel geprüft) 2

 

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Trauben wirken nicht auf alle Vierbeiner giftig. Warum sie bei einigen tödlich sind und andere symptomfrei bleiben, ist noch nicht geklärt worden.

Vor einigen Jahren wurde eine Studie in der britischen Giftzentrale für Veterinärmedizin in London durchgeführt. 

Dabei stellten die Forscher fest, dass Trauben nicht auf alle Fellnasen giftig oder tödlich wirken.

Warum 101 von 169 Hunden symptomfrei geblieben sind, ist bisher noch nicht geklärt. Dennoch starben 13 von ihnen und vier mussten eingeschläfert werden.

Die Studie zeigte, dass es unterschiedliche Reaktionen innerhalb der Hundepopulation gibt. Zudem wurde festgestellt, dass 10 g Trauben oder weniger als 2,8 g Rosinen pro kg Körpergewicht für eine Vergiftung ausreichen.

Welcher Wirkstoff in der Traube oder der Rosine für die Vergiftung verantwortlich ist, konnte nicht gefunden werden.

Die Symptome einer Trauben- oder Rosinenvergiftung sind:

  • Erbrechen und/oder Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Apathie
  • Appetitmangel
  • veränderte Blutwerte
  • Abnahme der Körperflüssigkeit (Dehydratation)
  • vermindertes bzw. kein Urinieren
  • Nierenversagen bis zum Tod
 

3. Zwiebelgewächse der Gattung Allium (Zwiebeln, Lauch, Knoblauch)

 
 

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Zwiebelgewächse sind das A und O beim Verfeinern unserer Gerichte und für uns Menschen sehr gesund.

Wirkstoffe wie N-Propyldisulfid oder Allylpropylsulfid in den Zwiebelgewächsen sind allerdings für unsere Schützlinge giftig. Sie greifen die roten Blutkörperchen an und zerstören sie letztendlich.

Dabei gibt es einige Rassen, die besonders empfindlich reagieren. Dazu gehören insbesondere die japanischen Rassen (Shiba Inu, Akita und weitere).

Außerdem ist es irrelevant, ob die Zwiebeln gekocht, getrocknet, frittiert oder als Pulver eingenommen werden.

Es gibt keinen festgelegten Schwellwert des Giftes. Bekannt ist lediglich, dass die Vierbeiner schon bei 15 – 30 g Zwiebeln pro kg Körpergewicht eine Blutbildveränderung zeigen.

Vergiftungen durch Zwiebeln treten in der Regel ab einer Menge von 0,5 % des Körpergewichts auf. Das würde bei einer 10 kg schweren Fellnase 50 g Zwiebeln entsprechen. Die Wirkung von Knoblauch kann bis zu 5 mal schwerwiegender sein als die Zwiebel.

Dennoch ist Knoblauch in sehr geringen Mengen auch gesund. Die Dosis hängt nicht nur vom Körpergewicht ab, sondern auch vom Gesundheitszustand deines Lieblings. Deswegen würde ich dir empfehlen, die Dosierung mit deinem Tierarzt oder fachkundigen Tierheilpraktiker vorher abzusprechen.

Hier ein paar Beispiele für Lebensmittel, die zu den Zwiebelgewächsen gehören und bei Hunden eine Vergiftung verursachen:

  • Porree/Lauch
  • Schnittlauch
  • Knoblauch
  • Schalotten
  • Frühlingszwiebeln
  • Zwiebeln
  • Bärlauch
 Die Symptome sind:
  • Schwäche
  • Abgeschlagenheit
  • Koordinationsstörungen
  • Helle Schleimhäute
  • Roter oder brauner Urin
  • Starker Speichelfluss
  • Eventuell Erbrechen und Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Erhöhte Herzfrequenz und Atemfrequenz

Erbrechen und Durchfall zeigen sich in den ersten Tagen. Einige Tage oder auch Wochen später bildet sich die Blutarmut.

Hunde, die zeitnah wegen eines Verdachts einer Zwiebelgewächs-Vergiftung zum Tierarzt gebracht werden, haben große Chancen ohne Folgen geheilt zu werden. Dagegen können Vierbeiner sterben, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt werden.

 

4. Nüsse (Macadamianüsse, Bittermandeln, Erdnüsse, unreife Walnüsse)

 
 

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Warum die Macademianüsse und die Fruchtkerne giftig sind, ist noch nicht genau bekannt. Manche Quellen gehen davon aus, dass der Wirkstoff Amygdalin dafür verantwortlich ist und dieser Wirkstoff die Zellatmung blockiert.

Bei einem 15 kg schweren Hund können bereits 4 Nüsse eine Vergiftung hervorrufen.

Sei auch vorsichtig bei unreifen Walnüssen. Die grünen Fruchtschalen einer Walnuss können von einem Pilz befallen sein, der das Gift Roquefortin C enthält. Deswegen solltest du lieber die Hände davon lassen.

Generell sind Erdnüsse für gesunde Vierbeiner nicht schädlich. Außer dein Schützling hat Herz- oder Nierenprobleme oder ist Histamin-Unverträglich. Dann sind Erdnüsse nichts für ihn.

Bittermandeln enthalten Blausäure. Deswegen sind Bittermandeln ein absolutes Tabu!

Die Symptome sind:

  • Steifheit, Muskelschwäche
  • Schwierigkeiten beim Laufen
  • Teilweise geschwollene Extremitäten
  • Leberschädigung
 

5. Koffein

 
 

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Koffein und Teein sind aus chemischer Sicht identisch. Das in Tee enthaltene Koffein wird dennoch oft als Teein bezeichnet.

Der Wirkstoff Methylxanthin, der in Koffein enthalten ist, kann nicht von Vierbeinern abgebaut werden, sodass er zu lange im Blut bleibt. 

Koffein stimuliert den Kreislauf. Er erhöht den Blutdruck und kann lebensbedrohliche Herz-Rhythmus-Störungen auslösen.

Viele Hundehalter denken bei koffeinhaltigen Getränken oder Lebensmitteln nur an Kaffee, was nicht der Fall ist: Cola, Energy-Drinks, Ice-Tea, schwarzer und grüner Tee, sogar Soda-Getränke können Koffein enthalten. 

Auch mit Kaffeebohnen verzierte Pralinen sind gefährlich, da sie nicht nur den Wirkstoff Methylxanthin enthalten, sondern auch Theobromin.

Die Symptome einer Koffein- bzw. Teeinvergiftung sind:

  • Allgemeine Unruhe
  • Hyperaktivität
  • Hecheln
  • Erhöhte Atemfrequenz
  • Herzrasen und Herzrhythmusstörungen
  • Erhöhte Wasserausscheidung
  • Erbrechen
  • Durchfälle und Bauchschmerzen
  • Zittern
  • Krämpfe
  • Koordinationsstörungen

Bei einer starken Vergiftung kann es zu einer erhöhten Körpertemperatur kommen. Sollte die Vergiftung nicht rechtzeitig vom Tierarzt behandelt werden, kann dein Liebling ins Koma fallen und einen Herzkreislauf-Stillstand erleiden. Wie schwer die Symptomatik verläuft, hängt von der eingenommenen Menge ab. 

Die niedrigste tödliche Dosis liegt bei etwa 150 mg pro kg Körpergewicht.

Für Vierbeiner, die mit leichten Symptomen zum Tierarzt gebracht werden, stehen die Chancen einer Genesung sehr gut. Sollten Symptome wie Koma oder Krämpfe eingetreten sein, sind die Chancen leider sehr schlecht.
 

6. Süßstoff (Xylitol/Xylit)

 
 

süßstoff

Der Ausdruck „Zuckerfrei“ auf manchen Lebensmittelpackungen heißt noch lange nicht, dass es auch gesund für unsere Pelzträger ist. Denn anstatt des herkömmlichen Zuckers enthalten diese Lebensmittel den Stoff Xylit – auch Xylitol genannt.

Xylitol wird unter anderem in Zahnpflegeprodukten, Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt. Zuckerfreie Süßigkeiten wie Bonbons, Backwaren, Pudding und Kaugummis enthalten auch Xylitol.

Eine Dosis von 0,1g Xylit pro kg Körpergewicht kann bei deinem Schützling eine Unterzuckerung auslösen. 

Somit reichen bei einem 20 kg schweren Vierbeiner 2 Kaugummis aus, um eine Vergiftung auszulösen. Ab 0,5 g pro kg Körpergewicht kann es schon zu einem akuten Leberversagen kommen.

Die Symptome sind:

  • Erbrechen
  • Schwäche
  • Unkoordiniertes Gehen oder schwankendes Stehen
  • Fehlende Ansprechbarkeit
  • Zittern
  • Krämpfe
  • Koma

Sobald sich die ersten Anzeichen zeigen, muss dein Tierarzt eine stabilisierende Maßnahme treffen.

Hunde, die vor Beginn der Symptome beim Tierarzt eingeliefert werden, haben gute Chancen, die Vergiftung ohne Folgen zu überleben. Hat dein Schützling bereits Blutungsstörungen und Leberversagen, ist die Prognose sehr schlecht. Sollte er schon im Komazustand sein, sind die meisten Behandlungsversuche schon zu spät.

 

7. Pilze

 
 

Was dürfen Hunde nicht essen? (50 Lebensmittel geprüft) 10

Pilze gehören grundsätzlich nicht in den Futternapf deines haarigen Begleiters. Du solltest darauf achten, dass er im Freien oder gar in eurem Garten keinen Pilz vernascht. Solltest du einen Garten haben, entferne die Pilze.

Es gibt Diskussionen darüber, ob eventuell Champignons gekocht gefüttert werden können. Einige Vierbeiner vertragen ungiftige Pilze auch gekocht nicht und bekommen davon meistens Verdauungsprobleme. Deswegen rate ich dir, die Pilze einfach wegzulassen.

Hier noch einige Arten, die für deinen Liebling giftig sein können:

  • Roter Fliegenpilz
  • Frühjahrslorchel
  • Nadelholz-Häubling
  • Orangefuchsiger Hautkopf
  • Grüner Knollenblätterpilz
  • Pantherpilz
  • Riesen-Rötling
  • Satanspilz
  • Ziegelroter Risspilz
  • Und weitere…
Eine Pilzvergiftung kann je nach Art des Pilzes unterschiedliche Symptome aufweisen. Die häufigsten Symptome sind:
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Fieber
  • Atemprobleme oder Atemnot
  • Blutungen
  • Vermehrter Speichelfluss oder Schäumen
  • Herzrasen
  • Trägheit
  • Schwächeanfälle
  • Verengte bzw. erweiterte Pupillen
  • Motorische Störungen
  • Zittern, Krampfanfälle oder ein auffälliges Verhalten
Sollte dein Schützling einen Pilz gefressen haben, ist es besser, wenn du sofort deinen Tierarzt einschaltest und nicht die Symptome abwartest.
 

8. Avocado

 
 

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Mit ihrem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren, Vitaminen und Mineralien ist die Avocado für uns Menschen eine ausgesprochen gesunde Frucht. 

Allerdings enthält die Avocado auch den Stoff Persin. Er ist verantwortlich für die toxische Wirkung bei unseren Fellnasen. Dieser Stoff ist insbesondere im Kern und in der Schale der Avocado zu finden. 

Sollte die Frucht noch nicht ausgereift ist, ist die Wirkstoffkonzentration sehr hoch. Auch die Blätter enthalten Persin. Das ausgereifte Fruchtfleisch selbst hat geringe Anteile davon.

Auch wenn manche Quellen angeben, dass kleine Mengen des ausgereiften Fruchtfleisches in Ordnung sind, solltest du lieber die Finger davon lassen. Gerade, wenn dein Schützling an chronischen Krankheiten leidet oder altersbedingt nicht mehr so fit ist.

Die Vergiftungserscheinungen treten in der Regel nach 24 Stunden auf. Die Symptome sind:

  • Atemnot
  • Wassereinlagerungen
  • Husten
  • erhöhte Pulsfrequenz
  • Durchfall / Erbrechen
  • Krämpfe
Sollte die Vergiftung nicht rechtzeitig behandelt werden, kann es bei deinem Liebling zu Herzmuskel-Störungen führen und er kann an den Folgen sterben.
 

9. Alkohol

 
 

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Auch wenn wir Alkohol gesellschaftlich als Genussmittel akzeptieren und es eher als Genuss-, Entspannungs- oder Aufheiterungsmittel sehen, ist es ein Gift.

Manche leichtsinnige Menschen halten es für überaus witzig, ihrem Vierbeiner auch Alkohol „anzubieten“ und sie „aufzuheitern“.

Bier, Wein, Schnaps, alkoholhaltige Cocktails oder andere alkoholhaltige Getränke und Lebensmittel sind absolutes Tabu für Hunde!

Die tödliche Dosis für deinen haarigen Gefährten liegt bei 5,5 g pro kg Körpergewicht. Dabei können Vorerkrankungen, chronische Störungen oder alkoholhaltige Lebensmittel wie eine Rumpraline die toxische Wirkung stark erhöhen.

Die Symptome einer Alkoholvergiftung sind je nach eingenommener Dosis:

  • Speichelfluss
  • Erbrechen
  • Koordinationsstörungen
  • Atemnot
  • Erhöhte Herzfrequenz
  • Leberschädigungen
  • Koma
  • Tod
 

10. Rohes Schweinefleisch

 
 

Schweinefleisch

Rohes Schweinefleisch kann mit dem Aujeszky-Virus infiziert sein. Dieser Virus hat tödliche Folgen für deinen Liebling.

Auch ungekochte Salami, Wurst oder geräucherte Fleischprodukte aus Schweinefleisch stellen ein Risiko dar.

Der Virus kann nur mit einer Gar-Temperatur ab 60° C abgetötet werden.

Die Symptome sind:

  • Juckreiz
  • Erbrechen
  • Unruhe
  • Appetitlosigkeit
  • Fieber

Nachdem der Virus über die Maul- und Nasenschleimhaut aufgenommen wird, gelangt der Erreger in den Magen-Darmtrakt. Von dort geht er in das Nervensystem und zum Gehirn, zum Hirnstamm und zu den Hirnnervkernen. Das Hirngewebe wird zerstört und es kommt zum Ausfall des Nervensystems.

Die Inkubationszeit beträgt 2-9 Tage. Bei vielen Fällen können das 3-5 Tage sein. Leider ist diese Krankheit nicht behandlungsfähig.

Zudem ist die Behandlung dieser Krankheit gesetzlich verboten. Denn diese Krankheit ist eine anzeigepflichtige Tierseuche.
 

11. Salz

 
 

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Salz im Rahmen eines gesunden Ernährungskonzeptes ist nicht gefährlich. 

Aber bereits ab 0,5 g pro kg Körpergewicht wird es toxisch.

Salz führt im Körper dazu, dass mehr Flüssigkeit angesammelt wird. Deswegen muss dein Liebling mehr Wasser trinken als üblich. Sollte er an einer Herzerkrankung leiden, kann die Flüssigkeit wegen der verminderten Herzleistung nicht ausgeschieden werden. Zuviel Salz führt zu Bluthochdruck und Nierenschäden.

Insbesondere sind Vierbeiner betroffen, die bereits an einer Nieren- oder Herzschwäche leiden.

Füttere deinen Schützling nicht mit Speiseresten, Salami, Salzgebäck oder ähnlichem.

 

12. Nikotin

 
 

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Natürlich ist Tabak kein Lebensmittel. Dennoch ist Tabak in vielen Haushalten zu finden, entweder in losem Zustand oder als Zigarette.

Das in Tabak enthaltene Nikotin wirkt auf deine Fellnase als Nervengift. Insbesondere bei Welpen kann Tabak bis zu einem Kreislaufkollaps führen.

Halte Zigarettenschachteln, Tabak und volle Aschenbecher außerhalb der Reichweite deines Vierbeiners. Auch Zigarettenstummel enthalten eine gehörige Portion Nikotin.

Bei einem 15 kg schweren Hund wären 10 Zigarettenstümmel oder 3 Zigaretten ausreichend für eine Vergiftung.

Die Symptome sind:

  • Steigerung der Nervenaktivität
  • Muskelzittern
  • Erbrechen
  • Speicheln
  • Temperaturanstieg
  • Laufschwierigkeiten
  • Herz-Rhythmus-Störungen
  • Herz-Kreislauf-Versagen
  • Tod
 

13. Medikamente

 
 

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Natürlich sind Medikamente keine Nahrungsmittel. Aber unsere lieben Begleiter sehen manches anders als wir. So können die bunten, verlockenden Tabletten schnell im Magen landen.

Deswegen rate ich dir, nicht in Gegenwart deines Pelzträgers Medikamente einzunehmen. Sollte mal etwas auf den Boden fallen, besteht das Risiko, dass es „weggeputzt“ wird. Auch solltest du alle Medikamente außerhalb der Reichweite deines Kleinen halten.

Wirkstoff / Medikament Symptome, Auswirkungen
Aspirin (Acetylsalizylsäure, ASS) Organschäden, bei hoher Dosis tödlich
Paracetamol Magenblutung, Leberschäden
Ibuprofen Orientierungsstörungen, Erbrechen
Diclofenac Blutungen, Erbrechen, Durchfall
 

Bitte beachte, dass diese Liste nur einige der Medikamente beinhaltet, die wir gewöhnlich zu Hause haben. Generell gilt die Faustregel: Alle Medikamente (auch homöopathische oder pflanzliche) sind giftig für deinen Schützling und gehören nicht in seine Reichweite!

 

14. Obstkerne & Steinobst

 
 

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Zu Steinobst gehören unter anderem Aprikosen, Pflaumen, Pfirsich, Bittermandeln, Kirschen.

Diese sind in unseren Gärten oder Wiesen weit verbreitet. Dabei ist es nicht die Frucht, die Probleme bereitet, sondern der Kern.

In den Kernen dieser Früchte sind Cyanverbindungen wie Blausäure oder Cyanide enthalten. Blausäure kann schwere neurologische Störungen auslösen.

Sollte dein Kleiner diese Kerne essen oder verschlucken, werden die Wirkstoffe im Körper freigesetzt. Eine Dosis von 2 mg pro kg Körpergewicht kann schon zu einem Atemstillstand führen.

Abgesehen davon können die Kerne einen Darmverschluss verursachen oder die Magenschleimhaut verletzen.

Die Symptome einer Obstkern-Vergiftung sind:

  • Speicheln
  • Übelkeit
  • Erbrechen (riecht auch stark nach Bittermandel)
  • Kratzen im Hals
  • Schleimhäute (rosig)
  • Atembeschwerden
  • erhöhte Herzfrequenz
  • Atemstillstand
 

15. Nachtschattengewächse (rohe Kartoffeln, Auberginen, Tomaten, Paprika, Peperoni)

 
 

nachtschattengewächse

Die bei uns am geläufigsten als Lebensmittel verwendeten Nachtschattengewächse sind Kartoffeln, Auberginen, Tomaten, Paprika oder Peperoni.

Sie enthalten den Wirkstoff Solanin. Dieser Stoff wird bei der Sonneneinstrahlung entwickelt. Besonders hohe Anteile von Solanin sind in den grünen Teilen enthalten oder im Strunk.

Die Symptome einer Solanin-Vergiftung sind:

  • Reizung des Magen-Darm-Traktes
  • Zerstörung der roten Blutkörperchen
  • Hemmung des Nervensystems
  • Unterdrückung der Atmung und motorischen Zentren
  • Herzstillstand

Gekochte Kartoffeln schaden deinem Liebling nicht. Allerdings solltest du darauf achten die grünen Teile der Kartoffel wegzuschneiden. Am besten verzichtest du gänzlich auf zu grüne Kartoffeln.

Überreife Tomaten in kleinen Mengen (püriert und gegart) enthalten den Wirkstoff Solanin kaum noch. Jedoch ist es in manchen Fällen sehr schwer, überreife und reife Tomaten voneinander zu unterscheiden. Deswegen ist es besser, wenn du deinen Liebling gar nicht erst damit fütterst.

Dasselbe gilt auch für die Aubergine. Einige Quellen sagen, dass eine kleine Menge gekochter Auberginen unschädlich ist. Dennoch kann diese „kleine Menge“ von Hund zu Hund unterschiedlich ausfallen. Außerdem ist der allgemeine Gesundheitszustand sehr wichtig. Eine kleine Portion für einen Vierbeiner mit einem stärkeren Immunsystem wirkt anders als auf einen Hund, der schon gesundheitliche Probleme hat.
 
Auch bei Paprika oder Peperoni ist es nicht anders. Manche Quellen raten gänzlich von grünem und gelbem ab, wogegen rote Peperoni oder Paprika nicht verboten werden. Demnach soll bei roter Paprika das Solanin während des Reifeprozesses abgebaut werden. Ich persönlich gehe dieses Risiko nicht ein und unterlasse auch die Fütterung mit roter Paprika.
 

16. Rohe Eier

 
 

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Das Eiklar enthält den Wirkstoff Avidin und bindet Biotin – auch unter der Bezeichnung Vitamin B7 oder Vitamin H bekannt. 

Allerdings spielt Biotin beim Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel eine wichtige Rolle. Deswegen sollte dein Liebling auf keinen Fall mit rohem Eiklar gefüttert werden.

Manche Quellen haben keine Einwände für die Fütterung mit rohem Dotter.

Allerdings musst du dir sicher sein, dass dein rohes Ei frisch ist. Denn verdorbene Eier können im Dotter Salmonellen enthalten.

Wenn du nicht gänzlich auf Eier verzichten möchtest, kannst du deiner Fellnase ohne Bedenken hart gekochte Eier geben. Somit verminderst du auch die Salmonellen-Gefahr.

 

17. rohe Hülsenfrüchte

 
 

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Im ungekochtem Zustand enthalten rohe Hülsenfrüchte Phasin, Tannine und Alkaloide sowie Trypsininhibitoren, die die Eiweißverdauung hemmen.

Diese Stoffe zersetzen sich nur, wenn sie gekocht werden.

Zu den Hülsenfrüchten zählen unter anderem Linsen, Bohnen, Kichererbsen, Sojaprodukte.

Die Symptome sind:

  • Fressunlust bis Futterverweigerung
  • Durchfall
  • Krämpfe
  • Hypertrophie der Pankreas
  • Tod

Diese Lebensmittel sind schwer verträglich

1. Milch & Milchprodukte

 

Milch

Ob Milch oder Milchprodukte verträglich für unsere lieben Freunde sind, entscheidet der Milchzuckergehalt (Laktosegehalt). 

Vierbeinern fehlt nach dem Welpenalter das notwendige Enzym im Dünndarm, um die Laktose vollständig zu verdauen. Dies führt je nach Menge der eingenommenen Milch zu Durchfall, Fehlgärungen im Dickdarm und Bauchschmerzen.

Frage deswegen deinen Tierarzt, ob du deinen Schützling mit Milch und/oder Milchprodukten füttern darfst.

Sollte dein Fellträger unter Laktose-Unverträglichkeit leiden, ist es ratsamer auf laktosehaltige Milch und Milchprodukte zu verzichten.

2. Gekochte Knochen

 

Hund Knochen

Grundsätzlich solltest du deinen Liebling nicht mit gekochten Knochen oder Restknochen vom Grill füttern. Denn gekochte oder gegrillte Knochen sind spröde und porös. Sie können im Verdauungsweg splittern und lebensgefährliche Verletzungen verursachen.

Wenn überhaupt solltest du deswegen deinen Liebling immer mit rohen Knochen füttern. Insbesondere beim Barfen sind Knochen ein wichtiger Bestandteil.

Dennoch gibt es Vierbeiner, die auch rohe Knochen nicht vertragen. In diesem Fall kannst du deinen Hund mit gewolften Knochen füttern.

3. Kohlgemüse

 

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Kohlgemüse ist nicht giftig. Trotzdem kann es aufgrund seiner Zusammensetzung Blähungen bei deinem Schützling verursachen, die sowohl für ihn als auch für dich unangenehm sein können. 

Jedoch kannst du ihm diese Gemüsesorten in kleinen Mengen und gekocht geben.

4. Kalte Nahrung

 

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Es ist nicht empfehlenswert Futter direkt aus dem Kühlschrank zu verabreichen. Lass es lieber draußen stehen, bis es eine angenehme Raumtemperatur erreicht hat. 

Hunde-Eis im Sommer wird deinem Liebling bestimmt nicht schaden. Aber bitte halte es in Maßen und beobachte trotzdem gut, ob er es verträgt.

5. Getreide bei Glutenunverträglichkeit

 

getreide im futter

Viele Quellen raten bei der Fütterung gänzlich von Getreide ab. Wegen der Begründung, dass der Hund vom Wolf abstammt und somit ein Fleischfresser ist. Diese Aussage stimmt nicht ganz. Denn auch der Wolf bekommt durch den Magen- und Darminhalt seiner Beute Getreide oder Pflanzen ab.

Deswegen ist es nicht möglich gänzlich davon auszugehen, dass Getreide in jedem Hundefutter nur als Füllmittel verwendet wird. Natürlich sollte der Anteil des Getreides den Bedürfnissen eines Hundes entsprechen. 

Allerdings enthalten manche Getreidesorten Gluten. Einige Vierbeiner können Gluten nicht vertragen. Ist das der Fall bei deinem Schützling, solltest du darauf achten, dass er glutenfreies Futter bekommt.

Folgende Getreidesorten enthalten Gluten:

  • Weizen
  • Dinkel
  • Roggen
  • Gerste
  • Triticale
 Folgende Getreidesorten enthalten kein Gluten:
  • Mais
  • Reis
  • Hirse
  • Bambussamen
Es ist auch kein Nachteil getreidefreies Futter zu kaufen. Es spricht auch nichts dagegen, wenn du deinen Liebling mit einem Hundefutter ernährst, das gut verwertbare Getreidesorten enthält.
 
Achte beim Kauf von Hundefutter, dass es ein schonend hergestelltes und hochwertiges Futter ist – am besten in BIO-Qualität.
 

BONUS: Diese Zimmer & Gartenpflanzen sind giftig

 
 

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Pflanzen: Sie verschönern unsere Wohnung oder unseren Garten mit ihren Blüten und stattlichen Blättern und sorgen für ein beruhigendes Raumklima.

Dennoch gibt es einige unter ihnen, die für unsere Fellnasen giftig sein können. Insbesondere sind Welpen und Junghunde davon betroffen, da sie noch die für sie neue Welt erkunden. Ihre größten Unterstützer sind dabei Nase und Maul. So wird hier und da minutenlang herumgeschnuppert, geleckt oder auch geknabbert.

Einige Pflanzen, die für unsere Lieblinge giftig sind, habe ich dir unten aufgezählt. Entweder solltest du sie erst gar nicht bei dir zu Hause oder im Garten haben oder sie außerhalb der Reichweite deines pelzigen Freundes halten:

  • Agave
  • Alpenveilchen
  • Amaryllis (Ritterstern)
  • Azalee
  • Blauer Eisenhut
  • Bogenhanf (Bajonettpflanze)
  • Brunfelsie
  • Buchsbaum
  • Buschwindröschen
  • Christusdorn, Christusstern
  • Chrysantheme
  • Clivie
  • Datura
  • Dieffenbachie
  • Drachenbaum, Drachenlilie
  • Efeu
  • Eibe
  • Einblatt
  • Engelstrompete
  • Fensterblatt
  • Ficus (Gummibaum) und andere Ficusarten
  • Fingerhut
  • Flamingoblume
  • Geißblatt
  • Geranie
  • Goldregen
  • Herbstzeitlose
  • Herzblatt
  • Hortensie
  • Kirschlorbeer
  • Kolbenfaden
  • Lilien, alle Arten
  • Maiglöckchen
  • Misteln
  • Oleander
  • Orchideen, alle Arten
  • Passionsblume
  • Philodendron
  • Rhododendron
  • Rittersporn
  • Schierling
  • Tannennadeln
  • Thuja
  • Tollkirsche
  • Wacholder
  • Weihnachtsstern
  • Zeder
Mehr findest du in unserer großen Liste mit über 70 giftigen Pflanzen.

Was sind Symptome einer Vergiftung?

 

Was dürfen Hunde nicht essen? (50 Lebensmittel geprüft) 22

Bei fast allen Vergiftungen ist Erbrechen eines der Symptome. Je nach Wirkstoff, der zu einer Vergiftung führt, können die weiteren Symptome unterschiedlich sein. Sollten die unten aufgeführten Symptome bei deinem Schützling auftreten, dann kannst du von einer Vergiftung ausgehen:

  • Unruhe
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Speicheln
  • Bauchschmerzen
  • Herz-Kreislauf-Probleme
  • Blutungen im Magen-Darm-Trakt
  • Übermäßiger Durst
  • Übermäßiger Speichelfluss
  • Aufgeblähter Bauch
  • Krämpfe
  • Fieber oder Untertemperatur
  • Apathie
  • Blasses Zahnfleisch
  • Atemnot
Wichtig ist, dass du bei dem Verdacht einer Vergiftung, umgehend deinen Tierarzt aufsuchst. Solange du keine ausdrückliche Anweisung von deinem Tierarzt erhalten hast, solltest du nicht versuchen deinen Hund erbrechen zu lassen. Bedenke auch, dass manche Symptome erst Tage später auftauchen können.
 
Mehr zur ersten Hilfe findest du im nächsten Abschnitt

 

 

Was soll ich tun bei einem Notfall?

 
  • Du solltest immer einen angemessenen Vorrat an Aktivkohle zu Hause in deinem Erste-Hilfe-Schrank haben. Denn Aktivkohle ist das einzige Präparat, das du selbst gegen eine einsetzende Vergiftung einsetzen kannst.
  • Die Telefonnummer des Tierarztes solltest du vom ersten Tag an, auf deinem Telefon gespeichert haben.
  • Solltest du den Verdacht haben, dass dein Hund sich vergiftet hat oder du ihn beim Essen von einem giftigen Stoff ertappt haben? Dann musst du sofort mit deinem Tierarzt Kontakt aufnehmen!
  • Unterbinde dabei, dass dein Hund weiterhin an dem Mittel knabbert oder isst.
  • Versuche niemals, deinen Vierbeiner erbrechen zu lassen. Gebe ihm keine Brechmittel.
  • Nimm, wenn noch vorhanden eine Probe oder den übrig gebliebenen Rest des Giftstoffes (Schokoladenpackung, Kaffeepackung, Zigarettenschachtel etc.) mit zum Tierarzt. Somit kann dein Tierarzt besser und schneller beurteilen, welche Maßnahmen für die Entgiftung zu treffen sind.
  • Bewahre Ruhe und versuche auch deinen Liebling so gut wie möglich zu beruhigen, damit er weiß, dass ihm geholfen wird. Du kannst ihm dabei gerne gut zureden.

Wie kann ich einer Vergiftung vorbeugen?

 

hunde vergiftung

Der wichtigste Punkt zur Vermeidung einer Vergiftung ist, dass du alle Gifte außer  Reichweite deines Lieblings lässt.

Informiere deine Mitbewohner und auch Gäste über die Lebensmittel, die giftig für einen Hund sind. Auch solltet ihr es vermeiden, ihn vom Tisch zu füttern oder ihm Essensreste zu geben, wenn er niedlich und bettelnd zu euch hochschaut.

Du kannst eine Liste mit den zu vermeidenden Lebensmitteln an deinen Kühlschrank hängen.

Trainiere mit deiner Fellnase das „Lass“ oder „Aus“ -Kommando. Solltest du dabei Schwierigkeiten haben, kannst du dir gerne Unterstützung von einem Hundetrainer einholen.

Draußen solltest du deinen Liebling immer mit Leine führen. Somit kannst du ihn besser kontrollieren und sofort reagieren, wenn er etwas Giftiges essen will.

Hier sind übrigens Kohletabletten, die ich für den Notfall immer zu Hause habe:

Kohle Tabletten
Kohle Tabletten
Du solltest immer einen angemessenen Vorrat an Aktivkohle zu Hause im Erste Hilfe Schrank haben. Denn Aktivkohle ist das einzige Präparat, das du selbst gegen eine einsetzende Vergiftung einsetzen kannst.

Hier noch eine schöne Infografik zum pinnen oder ausdrucken

 

Grafik Darf mein Hund das essen

Mein Fazit

Vielleicht hast du mal das eine oder andere Lebensmittel unbewusst deinem Schützling gegeben und keine Beschwerden bemerkt. Da kann ich nur sagen, dass du Glück hattest. Essensreste gehören auf keinen Fall in den Magen eines Hundes.

Übe mit ihm auf dein Kommando zu hören, falls er etwas frisst, was er nicht darf. So hast du noch die Gelegenheit, es ihm aus dem Maul zu nehmen.

Wenn du ihn dennoch ab und zu einmal beglücken möchtest, kannst du ihm gerne gesunde Leckerlies geben oder diese auch selber backen.

Für einige Tipps und Rezepte kannst du in meinem Artikel Hundekekse und Leckerlis selber backen herumstöbern. Viel Spaß beim backen ?

 

 

 
 

Verfasst von Sandra Maier

Verfasst von Sandra Maier

Ich bin Medizin Journalistin und spezialisiert auf das Thema Hunde Gesundheit. Ich bilde mich in diesem Themen laufend fort und aktualisiere regelmäßig die Artikel mit neuen Erkenntnissen und Tipps.

Mehr erfahren unter www.hundeo.com

Expertenwissen zum Hund, sieh www.hundeo.com

 

Hundeflöhe (15 Tipps & Hausmittel die helfen)

Kennst du das Problem?

Dein Hund kratzt sich? Öfter als gewohnt? Am meisten hinter seinen Ohren? Wohlmöglich knabbert und beißt er an sich herum? 

Wahrscheinlich hat er Flöhe! In diesem Ratgeber findest du die 15 besten Tipps gegen die Parasiten. Ich wäre überrascht, wenn du nicht einige dieser Tricks noch heute umsetzen kannst. Also sei gespannt!

 

Was genau ist der Hundefloh?

 

15 Hausmittel gegen Hundeflöhe

Der Hundefloh (Ctenocephalides canis) ist ein schmarotzendes Insekt. Sein Hauptwirt sind Hundearten.

Wie groß ist ein Hundefloh? Er ist zwischen zwei bis vier Millimeter lang, hat eine rötlich-braune Farbe und keine Flügel. Sein Körper ist seitlich platt.

Wie hoch springt ein Floh? Flöhe können bis zu 50 cm weit und 25 cm hoch springen. 

Der seitlich flache Körper und ihr Chitin-Panzer ermöglicht es ihnen, sich leicht durch die Haare eines Hundefells fortzubewegen.

Das Flohweibchen kann an einem Tag bis zu 20 Eier legen. In ihrer Lebenszeit sind das etwa 2000 Eier. 

Wie lange lebt ein Floh? Der Floh hat eine Lebensdauer von etwa drei Wochen.

Er braucht für seinen Entwicklungszyklus eine Raumtemperatur von 25 °C. Dazu eine Luftfeuchtigkeit von idealerweise etwa 80 %. Das Ei selbst braucht etwa 30 Wochen, bis es sich zu einem Floh entwickelt.

Ein Flohweibchen, das zum ersten Mal beim Wirt Blut saugt, legt nach 24 bis 48 Stunden ihre ersten Eier. Viele der davon fallen vom Fell auf den Boden. Das ist kein Nachteil für die Eier. Sie können sich auch dort weiter entwickeln. 

Nach ungefähr eins bis zehn Tagen schlüpfen die ersten Larven aus den Eiern. Sie ernähren sich von Kot und organischen Resten. Sie verstecken sich auch gerne unter Textil- und Teppichfasern oder Ritzen

Die Larven gehen einige Stadien durch, bis sie sich zuletzt als erwachsener Floh entpuppen.

Flöhe saugen etwa 30 Minuten am Tag Blut. Vor dem ersten Blutsaugen können sie zwei bis acht Wochen ohne einen Wirt überleben. 

Nach ihrer ersten Nahrungsaufnahme müssen sie allerdings mindestens einmal am Tag Blut konsumieren. Hundeflöhe wechseln nicht gerne auf einen Zwischenwirt, denn sie können sich bei den Zwischenwirten nicht vermehren.

Sie treten überwiegend in ländlichen Regionen auf. Der Stadthund wird eher von Katzen- oder Menschenflöhen heimgesucht. 

Ein paar Hausmittel gegen Flohbefall im Vergleich

BILD
MARKE
VORTEILE
„Spray“
Quiko Ungezieferspray
Quiko Ungezieferspray
  • Bekämpfung Ungeziefer- und Insektenarten
  • Sofort- und Langzeitwirkung bis zu sechs Wochen
  • im Haushalt, Tierumgebung
„lösung“
Frontline
Frontline
  • Lösung zum Auftropfen auf die Haut
  • wirksam gegen Flöhe, Zecken und Haarlinge
  • hochwirksames Kontakt-Antiparasitikum
„Puder“
Beaphar Zecken-und Flohpuder
Beaphar Zecken-und Flohpuder
  • Fein dosierbar
  • Sofortschutz
  • Mittel gegen Zecken und Flöhe
„Shampoo“
Bogacare Anti-Parasiten Flo Shampoo
Bogacare Anti-Parasiten Flo Shampoo
  • Hundeshampoo gegen Flöhe, Milben und Zecken
  • Mit pflegendem Provitamin B5
  • Mit dem repellierenden Wirkstoff Margosa
„100%-natürlich“
Pets Purest 100% natürliche Wurmkuren
Pets Purest 100% natürliche Wurmkuren
  • Mit natürliche Wermut-Formel
  • Sicher und effektiv
  • 100% natürlich
„Kamm“
PetPäl Floh-und Läusekamm
PetPäl Floh-und Läusekamm
  • Entfernt einfach Flöhe und Läuse
  • Auch für sensible Hunde
  • Robust und langlebig
 

Wie wird ein Floh übertragen?

 

Sollte dein Vierbeiner von Flöhen befallen sein, so hat das nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Auch heißt das nicht, dass dein Liebling nicht gründlich genug gepflegt ist.

Der Floh wird meistens über die Umgebung übertragen. Dein Schützling kann nach dem Gassi gehen einen Floh mit nach Hause bringen. Im Haus ist eine ideale Umgebung für den Floh, seine Eier zu legen. So kann er sich in der Wohnung, insbesondere in der Nähe des Schlafplatzes deiner Fellnase vermehren.

Die Floheier entwickeln sich in einigen Tagen zu Larven und verstecken sich an dunklen Stellen in der Wohnung. Davon kann auch dein Auto betroffen sein. Am Ende ihres Entwicklungsstadiums schlüpfen sie aus ihrem Kokon aus und suchen sich einen idealen Wirt.

Ein Kontakt mit schon befallenen Artgenossen kann auch eines der Übertragungswege sein.

Mögliche Folgen von Flohbefall

 

Juckreiz

Der Floh sondert nach einem Einstich in die Haut Antikoagulantien ab. Dabei handelt es sich um Wirkstoffe, die die Blutgerinnung hemmen. Die Substanzen verursachen allergische Reaktionen und Entzündungen auf der Haut aus.

Diese Flohspeichel-Allergie kann zu heftigem Juckreiz führen (insbesondere hinter den Ohren, Rücken, Schwanzwurzel und Bauch). Der betroffene Vierbeiner kratzt sich heftig an den betroffenen Stellen. Da, wo er mit seinem Maul herankommt, fängt er sogar an zu knabbern oder zu beißen. Das Kratzen und Beißen kann zu Gewebeschäden führen.

An den Einstichstellen kommt es überwiegend zu Rötungen. Meistens erscheinen an diesen Stellen auch Schwellungen und Quaddeln. Es kann auch zu Haarausfall kommen.

Flöhe können auch Bandwürmer übertragen, denn sie ernähren sich auch von Eipaketen der Bandwürmer. Sollte einer dieser Flöhe versehentlich von einem Hund verschluckt werden, kann er sich dadurch infizieren. Der Bandwurm bevölkert dabei den Dünndarm und klebt an der Darmschleimhaut. Dies kann zu Appetitsschwankungen und Durchfall führen.

 

Wir erkenne ich, ob mein Hund Flöhe hat?

 
 

Partikel

Der Partikel Test

Ob dein Schützling Flöhe hat oder nicht ist relativ leicht zu erkennen. Falls dein Hund sich regelmäßig und heftig kratzt, ist es sehr wahrscheinlich, dass er Flöhe hat.

Die andere Möglichkeit wäre, wenn er eine Futtermittelallergie hat. Dann empfehle ich dir den Artikel zur Allergie bei Hunden und dem Thema Hypoallergenes Hundefutter.

Nimm deinen Liebling am besten in die Badewanne. Gehe mit einem Flohkamm durch sein Fell. Sollten kleine dunkelfarbige Parasiten am Kamm hängen, dann sind das vermutlich Flöhe. Wenn du keinen Flohkamm hast, reicht es aus, wenn du ein paar Mal mit deiner Hand durch sein Fell hindurch streichst.

Beim Durchkämmen deines treuen Begleiters werden Partikel auf den Boden fallen. Nimm ein feuchtes Küchenpapier oder ein feuchtes weißes Tuch und lege sie auf die Partikel. Drücke ganz leicht darauf, sodass die Partikel am Tuch festhalten. 

Bei diesen Partikeln könnte es sich um Flohkot handeln. Sollten sich die Teilchen auf dem Tuch rötlich färben, dann ist es Flohkot.

Denn Flohkot enthält Blut und er färbt sich in einer feuchten Unterlage rötlich. Sollte das nicht der Fall sein, dann handelt es sich bei den schwarzen Krümeln um Schmutzpartikel. Du kannst beruhigt sein.

 

Wie werden wir die Flöhe los?

Nur deinen Vierbeiner von den Flöhen zu befreien, ist die Hälfte der Arbeit. 

Solltest du festgestellt haben, dass dein pelziger Gefährte von Flöhen befallen ist, dann sind es sicherlich deine Wohnung und dein Auto auch. Zudem ist deine Wohnung nicht nur von ausgewachsenen Flöhen befallen, sondern auch von deren Eiern und Larven. Intensiver Großputz ist angesagt!

Am besten ist es, wenn du diese Aktion parallel durchführst. Du musst also deine Fellnase behandeln UND euren Lebensraum von diesen Parasiten befreien.

 

Wie befreie ich meine Zimmer davon?

 

Am meisten sind die Stellen betroffen, an denen sich dein Vierbeiner oft oder regelmäßig aufhält.

Also die unmittelbare Umgebung seines Schlafplatzes, Hundebett, -decke und -kissen. Polster und Teppiche, Ritzen oder Spalten. Überall da, wo es angenehm feucht, warm und dunkel ist, ist Floh-Alarm angesagt!

Beachte, dass Flöhe oder ihre Eier mehrere Monate überleben können. Deswegen ist es ratsam, wenn du deine Putzaktion regelmäßig wiederholst. Empfohlen werden drei Wochen lang, alle zwei bis drei Tage.

 

1. Staubsaugen & Dampfreinigen

 

Du kannst den Staubbeutel deines Saugers vorher mit Flohpuder behandeln. Somit werden die Flöhe sofort mit dem ersten Kontakt abgetötet.

Für die Großputzaktion wäre ein Dampfreiniger auch sehr gut.

Wo soll ich staubsaugen? Überall:

  • Insbesondere in Ritzen und Spalte von Polstermöbeln
  • Teppiche (Ober- und unterfläche)
  • Ecken und Kanten der Räume
  • Alle Möbelstücke auch hinten und oben

Entsorge nach dem Saugen den Staubbeutel außerhalb deiner Wohnung in der Mülltonne.

Gut wäre es, wenn du nach der Entsorgung des Staubbeutels den Staubsauger mit einem Tuch abwischst, das du davor mit einem desinfizierenden Hausmittel behandelt hast. 

 

2. Textilien waschen

 

Alle Textilien mit mindestens 60 °C waschen

Sollten die Textilien für eine 60 °C-Wäsche nicht geeignet sein, kannst du sie für etwa eine Woche in die Tiefkühltruhe stellen.

 

3. Feucht Abwischen

 

Boden, Wände, Ecken und Kanten feucht Wischen. Benutze dabei einen desinfizierenden Haushaltsreiniger. Es wäre gut, wenn du ab und an das Wischwasser erneuerst.

 

4. Gegenstände entsorgen

 

Auch wenn es dir schwerfällt, ist es besser, wenn du die Gegenstände entsorgst, die sich nicht reinigen lassen. 

Dazu gehören auch alle Textilien, die sich zum Beispiel nicht bei 60 °C waschen lassen oder nicht in die Kühltruhe passen. 

Eventuell könntest du dich auch bei einer fachkundigen Wäscherei beraten lassen, ob sie eine Möglichkeit haben, die Textilien wirkungsvoll zu behandeln.

 

5. Flohspray kaufen

 

Verwende für die Räume in deiner Wohnung einen Umgebungsspray oder einen Fogger gegen Flöhe. Diese Mittel enthalten synthetische Wirkstoffe, die sowohl die Flöhe und Eier vernichten. 

Bitte beachte bei der Anwendung die Hinweise des Herstellers. Bei der Anwendung sollte sich dein Vierbeiner nicht in den Räumlichkeiten aufhalten, auch keine Kinder. Verwende vorsichtshalber bei der Behandlung der Räumlichkeiten eine Maske. Auch kannst du einen fachkundigen Kammerjäger dafür beauftragen.

 

6. Auto, Ferienhaus, Garage nicht vergessen

 

Der Befall von Flöhen gilt für alle Räumlichkeiten, in denen sich dein Schützling aufhält. Das können dein Auto, Ferienhaus, die Garage oder Hobbykeller sein. 

Beachte also alle Räumlichkeiten, damit alles rein von Flöhen ist und auch so bleibt.

 

4 Mittel gegen Flohbefall

Bei einem ziemlich heftigen akuten Befall, empfehle ich dir, mit deinem Tierarzt Kontakt aufzunehmen. Denn es wäre eine weitere Last für deinen Liebling, wenn du erfolglos mit ihm experimentieren würdest.

Für einen nicht so heftigen Befall, gibt es folgende Präparate, die du verwenden kannst:

 

1. Spot-On-Hund Präparate

Frontline Spot on H20 , 3...
Frontline Spot on H20 , 3...
Tötet innerhalb von 24h Ungeziefer wie Flöhe, Zecken und Haarlinge.

Die Wirkstoffe im Spot-On sorgen dafür, dass Flöhe und Eier abgetötet werden. 

Die Lösung des Präparats verteilt sich auf der Haut. Die Inhaltsstoffe werden in den Talgdrüsen gespeichert und regelmäßig an die Oberfläche abgesondert. 

Je nach Anweisung des Herstellers musst du den Inhalt der Packung auf den Nacken deines Vierbeiners auftragen. Der Nacken ist eine Stelle, die er nicht ablecken kann. 

Teile das Fell am Nacken auf. Die Haut sollte so gut wie möglich zu sehen sein. Trage die Flüssigkeit direkt auf die Haut auf. 

Du darfst deinen Schützling nach der Behandlung 48 Stunden nicht baden. Das Präparat wirkt etwa drei bis vier Wochen und sollte regelmäßig erneuert werden. Ansonsten verliert es seine vorbeugende Wirkung.

 

2. Flohpuder

Beaphar Zecken und Flohpuder
Beaphar Zecken und Flohpuder
  • Mittel gegen Zecken und Flöhe
  • Anti-Zecken & Anti-Flohmittel
  • Fein dosierbarer Sofortschutz

Flohpuder enthält Kieselerde. Die Kieselerde entzieht beim Kontakt mit Flöhen ihre Körperflüssigkeit. Somit trocknen sie aus und sterben. 

Du solltest das Puder sorgfältig in das Fell deiner Fellnase einreiben. Das Puder ist sehr feinstaubig. Achte deswegen bitte darauf, dass Maul und Augen deines Lieblings nicht unnötig damit in Kontakt kommen:

Du kannst das am besten vermeiden, indem du ihm zum Beispiel ein leicht feuchtes Tuch auf sein Gesicht legst. Ein Mundschutz für dich wäre auch ganz gut. 

Solange der Hersteller keine anderen Anweisungen vorgibt, solltest du deinen Schützling einmal täglich damit behandeln. Du kannst auch die Umgebung deines Vierbeiners, seinen Schlafplatz oder ähnliches damit bestreuen. 

Hier solltest du darauf achten, dass manche Fellnasen den feinen Staub nicht vertragen. Deswegen gehe zu Anfang in Maßen damit um und beobachte deinen Liebling genau, ob er das Puder verträgt.

 

3. Flohshampoo

Bogacare Anti-Parasiten Flo Shampoo
Bogacare Anti-Parasiten Flo Shampoo
Hundeshampoo gegen Flöhe, Milben und Zecken

Flohshampoos enthalten chemische Wirkstoffe, die dafür sorgen, dass sowohl Flöhe als auch Larven oder Eier absterben. 

Zur Anwendung solltest du die Packungsbeilage des Herstellers durchstudieren.

 

4. Entwurmungs-Kur

Wie schon erwähnt ernähren sich Flöhe auch von Eipaketen der Bandwürmer. Dies kann dazu führen, dass dein Kleiner zusätzlich mit Bandwürmern befallen wird.

Dein Vierbeiner muss nicht unbedingt Bandwürmer bekommen, weil er Flöhe hat. Dennoch empfehle ich dir, dass du binnen ein bis zwei Wochen deinem Schützling vorsorglich eine Wurmkur verabreichst. 

 

 

Wie kann ich vorbeugen?

 

Außer dem Spot-On gibt es auch folgende Präparate, die du als vorkehrende Maßnahme anwenden kannst. Diese Produkte sind nicht geeignet für einen akuten Befall und dienen eher als Vorkehrung:

 

1. Flohtabletten

 

Flohtabletten sind die orale Lösung. Am besten ist es, wenn dein Pelzträger sie mit seinem Futter zusammen einnimmt. 

Die Tabletten enthalten Wirkstoffe, die die Flöhe durch einen Biss über das Blut aufnehmen und danach sterben.

 

2. Flohhalsband

 

Auch das Flohhalsband ist eher vorsorgend. 

Die Bänder haben eine Wirkungsdauer von drei bis fünf Monaten. Gute Halsbänder gewähren zusätzlichen Schutz vor Zecken und manchen Mückenarten. 

Es empfiehlt sich, das Band abzulegen, wenn du deinen Dreckspatz wäschst.

 

3. Flohkamm

 

Ein Flohkamm alleine reicht nicht aus, um die Parasiten zu bekämpfen oder sie vorzubeugen. 

Du kannst es allerdings dafür verwenden, um herauszufinden, ob die Mittel zur akuten Bekämpfung zu einem Erfolg führen. Auch ist es sehr nützlich, um regelmäßig Strichproben zu machen. 

Es gibt auch Flohkämme oder Bürsten, die du direkt an deinen Staubsauger stecken kannst. Somit werden Partikel oder auch Parasiten direkt im Staubsauger landen. 

Bedenke allerdings, dass manche Vierbeiner vor dem Geräusch eines Staubsaugers enorme Angst haben und die Investition für so einen Kamm dann umsonst wäre.

BILD
MARKE
VORTEILE
PetPäl
PetPäl
  • Flohkamm, Läusekamm & Staubkamm
  • Einfaches Entfernene der Flöhe
  • Auch für sensible Haut
 

Hausmittel gegen Flöhe

 

Bei einem heftigen Befall, raten wir dir, dich bei einem Tierarzt oder Hundeheilpraktiker beraten zu lassen. 

Auch wenn es im Internet zahlreiche Hausmittel gibt, die gegen Flöhe hilfreich sein sollen, ist hier Vorsicht angesagt!

Warum? 

Meistens werden in Ratgebern für die Bekämpfung der Flöhe ätherische Öle vorgeschlagen. Zu starke ätherische Öle können die Nasenschleimhaut und den Geruchssinn deines Lieblings irritieren.

Bitte vergiss nicht, dass deine Fellnase einen viel empfindlicheren Geruchssinn hat als der Mensch selbst. Die Düfte der Öle wirken somit viel intensiver als bei uns. 

Deswegen solltest du die Hausmittel-Rezepte sehr behutsam anwenden und dich gut beraten lassen, auch wenn sie aus der Natur kommen sollten. Nicht alle Mittel, die Menschen helfen, helfen auch unseren Hunden! 

Von Hausmittel, bei denen nicht belegt ist, dass sie unschädlich für unsere Liebsten sind, sollten wir lieber die Finger fern halten!

 

1. Schwarzkümmelöl

 
 

Schwarzkümmel

Schwarzkümmelöl enthält Thymoquinon.

Dieser Wirkstoff steuert dazu bei, dass Flöhe sich vom Körper deines Vierbeiners fern halten. Er ist auch wirksam gegen Zecken. 

Du kannst als Vorkehrung ein paar Tropfen Schwarzkümmelöl in das Futter oder das Trinkwasser deines besten Freundes beimischen.

Für die äußerliche Anwendung gibst du vier bis fünf Tropfen auf den Nacken deines Lieblings. Das Öl hilft auch zur Pflege seiner Haut.

Näheres über Schwarzkümmelöl kannst du auf unserer Seite „11 Fakten zum Schwarzkümmelöl für Hunde“ finden.

 

2. Kokosnussöl

 
 

Kokosnussöl

Kokosnussöl enthält Laurinsäure. Flöhe, Zecken und Milben können diesen Stoff „nicht riechen“. Sobald sie den Geruch bemerken, ergreifen sie die Flucht.

Du kannst deinen Liebling unmittelbar vor jedem Spaziergang mit Kokosnussöl einreiben (Kopf, Beine, Hals und Ohren). Somit kannst du ihn vor diesen lästigen „Gästen“ gut schützen. 

Hierzu reicht je nach Hundegröße maximal eine walnussgroße Menge aus. Du kannst das Kokosöl auch mithilfe einer Sprühflasche auf den Körper deines Lieblings gleichmäßig verteilen und danach einreiben.

Näheres über Kokosnussöl kannst du auf unserer Seite „9 wichtige Fakten zum Kokosöl für Hunde“ finden.

Mein Fazit

Auch wenn dein Vierbeiner ein Flohhalsband trägt oder regelmäßig mit anderen Präparaten vor diesen skrupellosen Blutjägern beschützt wird, kann es dennoch passieren, dass er von Flöhen befallen wird!

Erst solltest du Ruhe bewahren. Es gibt inzwischen sehr viele Möglichkeiten, diese Invasion bis auf den letzten Floh zu bekämpfen.

 

 

 
 

Verfasst von Sandra Maier

Verfasst von Sandra Maier

Ich bin Medizin Journalistin und spezialisiert auf das Thema Hunde Gesundheit. Ich bilde mich in diesem Themen laufend fort und aktualisiere regelmäßig die Artikel mit neuen Erkenntnissen und Tipps.

Mehr erfahren unter www.hundeo.com
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© Ursula Tomaszewski